Sterbefallzahlen in Deutschland trotz Alterungseffekt im Jahr 2023 gesunken
09.01.2024 - 13:45:37Im vergangenen Jahr sind in Deutschland 1,02 Millionen Menschen gestorben. Die Zahl der SterbefÀlle sank damit im Vergleich zum Vorjahr um vier Prozent oder etwa 45 000 FÀlle, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag nach vorlÀufigen Ergebnissen einer Sonderauswertung berichtete.
"Aufgrund des zunehmenden Anteils Àlterer Menschen an der Bevölkerung wird seit mehr als 20 Jahren mit einer jÀhrlich steigenden Zahl der SterbefÀlle in Deutschland gerechnet", erklÀrten die Statistiker in Wiesbaden. "Gleichzeitig stieg die Lebenserwartung vor Beginn der Corona-Pandemie tendenziell an." Der Effekt der steigenden Lebenserwartung schwÀchte damit den Alterungseffekt ab.
"In den Pandemiejahren 2020 bis 2022 war der Anstieg der SterbefÀlle stÀrker ausgeprÀgt als in fast allen Jahren zuvor", so die Statistiker. "Ausgehend von einem entsprechend hohen Niveau von 1,07 Millionen Gestorbenen im Jahr 2022 sind die Sterbefallzahlen 2023 erstmals seit 2019 im Vorjahresvergleich wieder gesunken."
Grippewelle Anfang des Jahres
Im Januar 2023 lag die Zahl der SterbefĂ€lle in Deutschland 14 Prozent ĂŒber dem mittleren Wert der Jahre 2019 bis 2022 fĂŒr diesen Monat. Das Robert Koch-Institut (RKI) berichtete damals zum einen von einer Grippewelle, zum anderen von einer hohen Zahl von Covid-19-TodesfĂ€llen.
"Im Zuge des Abklingens dieser Erkrankungswellen gingen auch die gesamten Sterbefallzahlen zu Jahresbeginn zurĂŒck", teilten die Statistiker mit. Im MĂ€rz lieĂen viele Atemwegserkrankungen die Sterbefallzahlen vorĂŒbergehend erneut um neun Prozent ansteigen.
UnauffÀlliger Sommer
Vom FrĂŒhjahr bis in den Herbst gab es dann aber kaum AuffĂ€lligkeiten bei den Sterbefallzahlen. In fast allen Monaten bewegte sich die Zahl mehr oder weniger im Bereich der Vergleichswerte.
Zum Jahresende ist das Bild weniger klar. Im November lagen die Sterbefallzahlen weiterhin im Bereich der mittleren Werte der vier Vorjahre. Im Dezember starben dann aber sieben Prozent weniger Menschen als im Vierjahresschnitt - obwohl das RKI eine Welle der Atemwegserkrankungen sah.
Das hat mit dem Vergleichszeitraum zu tun, wie die Statistiker erklÀrten. In den Pandemie-Jahren habe sich "ein neues saisonales Muster" gezeigt: Die Sterbefallzahlen stiegen zum Jahresende deutlich an. Vergleicht man den Dezember 2023 mit diesem Intervall, starben vergleichsweise wenig Menschen. Vergleicht ihn mit vorpandemischen Zeiten, waren die Sterbefallzahlen im Dezember 2023 "auffÀllig hoch".

