Boeing zieht Angebot an streikende Arbeiter zurĂŒck
09.10.2024 - 07:27:50 | dpa.deBoeing hat nach einer ergebnislosen Verhandlungsrunde das Angebot an seine streikenden Arbeiter zurĂŒckgezogen. Die Gewerkschaft IAM habe Forderungen gestellt, die Boeing nicht annehmen könne, ohne die WettbewerbsfĂ€higkeit zu verlieren, kritisierte die Chefin des Verkehrsflugzeug-GeschĂ€fts, Stephanie Pope. Daher seien weitere GesprĂ€che derzeit aus Sicht des Konzerns sinnlos.
Die Gewerkschaft ihrerseits verwies darauf, dass der Flugzeugbauer nicht zu Nachbesserungen bei dem gut zwei Wochen alten Angebot bereit gewesen sei. Boeing hatte unter anderem ein Einkommensplus von 30 Prozent ĂŒber vier Jahre vorgeschlagen. Zuvor hatten die Arbeiter den vorherigen Vorschlag von 25 Prozent mit ĂŒberwĂ€ltigender Mehrheit abgelehnt. Aus Sicht der GewerkschaftsfĂŒhrung ging das dann folgende Entgegenkommen nicht weit genug.Â
Die Gewerkschaft ging in die Verhandlungen mit der Forderung nach einem Einkommensplus von 40 Prozent ĂŒber die vierjĂ€hrige Laufzeit des Vertrags. Die Boeing-Arbeiter hatten im vergangenen Jahrzehnt mehrere Nullrunden akzeptiert. Einige beschwerten sich in US-Medien, dass man als Flugzeug-Monteur zum Teil weniger verdiene als in der KĂŒche eines Burger-Restaurants.
Die gröĂte Boeing-Gewerkschaft IAM mit rund 33.000 BeschĂ€ftigten war Mitte September in den Streik getreten. Von der Arbeitsniederlegung ist die Boeing-Produktion rund um Seattle im Nordwesten der USA betroffen, wo unter anderem das Bestseller-Modell 737 und der Langstrecken-Jet 777 gebaut werden. Vor allem bei der 737 ist Boeing bereits im Verzug mit Lieferungen an viele Fluggesellschaften.
Boeing reagierte auf den Streik unter anderem mit einem Einstellungsstopp. AuĂerdem wurden Mitarbeiter beurlaubt und Dienstreisen aufs Nötigste reduziert.Â
Die Gewerkschaft hatte zuletzt 2008 gestreikt. Der Ausstand dauerte 57 Tage und kostete den Konzern nach AnalystenschÀtzungen rund zwei Milliarden Dollar.
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