Schusswechsel zwischen Indien und Pakistan an der Grenze
08.05.2025 - 10:42:40In der Nacht zum Donnerstag kam es nach Berichten indischer Medien in der Himalaya-Region Kaschmir erneut zu Schusswechseln zwischen Soldaten beider LÀnder sowie zu Artilleriebeschuss. Pakistan erklÀrte, es habe in der Nacht zwölf indische Drohnen abgeschossen.
Die Schusswechsel erfolgten erneut im Grenzgebiet Kaschmirs. Die Region ist zwischen Pakistan und Indien geteilt, beide beanspruchen aber das ganze Gebiet fĂŒr sich.
Von pakistanischer Seite wurden entlang der militĂ€rischen Kontrolllinie neben SchĂŒssen aus Kleinwaffen auch Granaten abgefeuert, wie die Nachrichtenagentur PTI sowie andere indische Medien unter Berufung auf das MilitĂ€r und das Verteidigungsministerium meldeten. Indiens MilitĂ€r sprach demnach von "unprovozierten" SchĂŒssen.
Tote durch Artilleriebeschuss
In der Nacht zuvor waren bei pakistanischem Artilleriebeschuss nach Angaben des indischen MilitÀrs mindestens 13 Menschen ums Leben gekommen, darunter auch ein indischer Soldat. Davor hatte das MilitÀr von zwölf Zivilisten, darunter auch Frauen und Kinder, gesprochen. Mehrere GebÀude in grenznahen Orten wurden demnach zerstört.
Das pakistanische Artilleriefeuer begann nach Angaben Indiens in der Nacht zum Mittwoch - nach Angriffen der eigenen StreitkrÀfte auf Ziele in Pakistan und dem pakistanisch kontrollierten Teil Kaschmirs. Bei den gezielten indischen Angriffen seien neun Einrichtungen von "Terrorgruppen" zerstört worden, hieà es. Pakistan, das von Raketenangriffen sprach, drohte Indien mit Vergeltung.
Durch indische Angriffe kamen auf pakistanischer Seite nach Angaben des MilitĂ€rs mehr als 30 Menschen ums Leben, 57 weitere wurden demnach verletzt. Zudem seien durch den Abschuss der indischen Drohnen in der vergangenen Nacht durch die herabstĂŒrzenden TrĂŒmmerteile eine Person getötet und fĂŒnf weitere verletzt worden, darunter vier Soldaten.
Die Angriffe Indiens gelten als Reaktion auf einen Terroranschlag vom 22. April im indischen Unionsterritorium Jammu und Kaschmir, bei dem 26 Menschen - ĂŒberwiegend indische Touristen - getötet wurden. Neu-Delhi wirft Pakistan eine Beteiligung vor, was Islamabad zurĂŒckweist.
Pakistan: Abschuss von Drohnen
Bei den Drohnen, die in Pakistan abgeschossen worden seien, handelte es sich um unbewaffnete Drohnen, wie die Deutschen Presse-Agentur aus Geheimdienstkreisen erfuhr. Solche unbemannten Flugkörper können etwa der Ăberwachung dienen.
Nach Angaben der zivilen Luftfahrtbehörde in Pakistan wurden am Donnerstag zudem mehrere FlughĂ€fen vorĂŒbergehend geschlossen. Demnach war der Betrieb an den FlughĂ€fen in den MillionenstĂ€dten Islamabad, Karachi, Lahore sowie in der nordöstlichen Stadt Sialkot nahe der indischen Grenze bis zum Mittag Ortszeit eingestellt. Pakistan hatte auch in der Nacht zu Mittwoch seinen Luftraum vorĂŒbergehend geschlossen und den Betrieb an den FlughĂ€fen Islamabad und Lahore zeitweise eingestellt.
Umstrittenes Kaschmir
Die UrsprĂŒnge des Konflikts reichen bis in die Kolonialzeit zurĂŒck. 1947 entlieĂen die Briten den indischen Subkontinent in die UnabhĂ€ngigkeit und teilten diesen auf. Aus der Teilung entstand neben dem ĂŒberwiegend hinduistischen Indien der neue Staat Pakistan fĂŒr Muslime. Die gewaltvoll verlaufene Teilung nĂ€hrt bis heute eine erbitterte RivalitĂ€t. Seit ihrer UnabhĂ€ngigkeit fĂŒhrten beide LĂ€nder drei Kriege gegeneinander, zwei davon um Kaschmir.

