POLITIKROUNDUP, Selenskyj

POLITIK / ROUNDUP: Selenskyj hofft auf positive Signale

09.09.2024 - 06:35:01

Nach seinen GesprÀchen mit Vertretern der US-Regierung wÀhrend des Treffens der Ukraine-Kontaktgruppe in Ramstein wartet der ukrainische PrÀsident Wolodymyr Selenskyj jetzt "sehr gespannt" auf Ergebnisse.

Konkret hatte Selenskyj am Freitag von den VerbĂŒndeten weitreichende Waffen und die Erlaubnis zu deren Einsatz gegen militĂ€rische und logistische Ziele auf russischem Staatsgebiet gefordert. Bisher wurde diese Erlaubnis nicht erteilt.

Die Ukraine versuche, ihre Partner auf allen Ebenen vom Einsatz weitreichender Raketen zu ĂŒberzeugen, betonte Selenskyj in seiner tĂ€glichen Videobotschaft und beklagte fehlende Entscheidungsbereitschaft: "Russland kann vor der Suche nach Frieden ebenso zurĂŒckschrecken wie die Welt vor starken Entscheidungen, Russland zu besiegen, zurĂŒckschreckt."

"Wir arbeiten stĂ€ndig mit Vertretern beider Parteien in den Vereinigten Staaten von Amerika zusammen - am Rande des Forums in Italien traf ich mit einer Delegation des US-Kongresses zusammen", berichtete Selenskyj von einem anschließenden Besuch in Italien am Freitag. "Wir sprachen insbesondere ĂŒber den Siegesplan fĂŒr die Ukraine - ĂŒber einige seiner Details." Die Ukraine werde sowohl US-PrĂ€sident Joe Biden als auch die beiden Bewerber um seine Amtsnachfolge, Donald Trump und Kamala Harris, ĂŒber Details informieren.

Bei dem Treffen in Ramstein waren Kiew weitere Waffen und sonstige militĂ€rische UnterstĂŒtzung zugesagt worden. "Jetzt, zu Beginn des Herbstes, geht es fĂŒr uns vor allem darum, die Position der Ukraine und der Ukrainer zu stĂ€rken, unsere StĂ€dte und Dörfer vor dem russischen Terror zu schĂŒtzen und natĂŒrlich unseren Soldaten an der Front mehr Möglichkeiten zu geben", sagte Selenskyj. Dabei meinte er vor allem die zuletzt schwer umkĂ€mpften ostukrainischen Regionen Pokrowsk, Torezk und Kurachowe.

Ukrainische Drohne trifft Treibstofflager in Russland

Die ukrainischen StreitkrĂ€fte haben bei einem Drohnenangriff auf die sĂŒdrussische Region Belgorod ein Treibstofflager in Brand gesetzt. Unter Berufung auf Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow meldete die russische Staatsagentur Tass, dass eine Kampfdrohne das Lager im Bezirk Wolkonowsk getroffen habe. "Durch die Explosion sind die Tanks in Brand geraten."

Die ukrainischen StreitkrĂ€fte sind zuletzt dazu ĂŒbergegangen, logistische und militĂ€rische Ziele auf russischem Staatsgebiet mit Kampfdrohnen anzugreifen. Immer wieder erzielen sie mit diesen Nadelstichen spektakulĂ€re Ergebnisse. Die ukrainische RĂŒstungsindustrie hat in den vergangenen Monaten Tausende von Drohnen, die relativ preiswert sind, in verschiedenen AusfĂŒhrungen und mit unterschiedlichen Reichweiten an die StreitkrĂ€fte geliefert.

Erneut schwere KĂ€mpfe um Pokrowsk in der Ostukraine

Der seit Wochen andauernde Ansturm russischer Truppen gegen die ukrainischen Verteidigungslinien rund um Pokrowsk am Rande des Donbass sind mit aller Wucht fortgesetzt worden. Im Tagesverlauf seien in dem Abschnitt im Osten des Landes insgesamt 23 russische Angriffe abgewehrt worden, teilte der Generalstab in Kiew in seinem Lagebericht mit. "Die Lage im Sektor Pokrowsk bleibt angespannt", hieß es.

Ähnlich schwere Gefechte wurden auch aus dem nahe gelegenen Kurachowe gemeldet. Dort habe die russische Armee insgesamt 19 Mal versucht, die ukrainische Verteidigung auszuhebeln. Die Angaben konnten nicht unabhĂ€ngig geprĂŒft werden. Die russische Armee versucht seit Monaten, ihre Positionen rund um den Donbass auszuweiten.

Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als zweieinhalb Jahren gegen einen russischen Angriffskrieg.

Weitere BrĂŒcke in der Region Kursk beschĂ€digt

Ukrainische Truppen haben eine weitere BrĂŒcke ĂŒber den Sejm in der Region Kursk beschĂ€digt. Die BrĂŒcke in der NĂ€he des Dorfes Karysch sei nur noch von leichten Personenwagen befahrbar, berichtete die Agentur Unian unter Berufung auf MilitĂ€rquellen. Mit der Zerstörung von mehreren BrĂŒcken in der Region haben die ukrainischen Truppen die dort verteidigenden russischen Einheiten in eine schwierige Lage gebracht und von der Versorgung weitgehend abgeschnitten.

@ dpa.de