ROUNDUP, Biden

Biden schlÀgt Vize Harris als Ersatzkandidatin vor

21.07.2024 - 21:02:38

Nach seiner AnkĂŒndigung, sich nicht lĂ€nger um eine zweite Amtszeit zu bewerben, hat US-PrĂ€sident Joe Biden seine Stellvertreterin Kamala Harris als Ersatzkandidatin fĂŒr die Wahl im November vorgeschlagen.

Das teilte Biden in den sozialen Medien X, Facebook und Instagram mit. Der 81-JĂ€hrige erklĂ€rte, es sei im Wahljahr 2020 seine beste Entscheidung gewesen, Harris als Vizekandidatin auszuwĂ€hlen. Er spreche ihr daher seine volle UnterstĂŒtzung aus, als Kandidatin der Demokratin bei der anstehenden Wahl anzutreten.

Die Entscheidung darĂŒber liegt bei Delegierten der Partei aus allen Bundesstaaten.

Mit Blick auf den Wahlkampf gegen den republikanischen PrÀsidentschaftskandidaten Donald Trump rief er seine Partei zu Geschlossenheit auf: "Demokraten - es ist an der Zeit, zusammenzukommen und Trump zu schlagen."

Biden hatte zuvor - ebenfalls per Instagram, Facebook und X - seinen RĂŒckzug aus dem PrĂ€sidentschaftsrennen angekĂŒndigt. In den vergangenen Wochen war der 81-JĂ€hrige wegen seines Alters und seines mentalen Zustandes in der eigenen Partei massiv unter Druck geraten. Bidens RĂŒckzug so kurz vor der Wahl ist eine dramatische Wende und verursacht weiteres Chaos in einem ohnehin historischen US-Wahljahr.

"Obwohl es meine Absicht war, mich um eine Wiederwahl zu bemĂŒhen, glaube ich, dass es im besten Interesse meiner Partei und des Landes ist, wenn ich mich zurĂŒckziehe und mich fĂŒr den Rest meiner Amtszeit ausschließlich auf die ErfĂŒllung meiner Pflichten als PrĂ€sident konzentriere", schrieb der Demokrat. "Ich werde im Laufe dieser Woche vor der Nation ausfĂŒhrlicher ĂŒber meine Entscheidung sprechen."

Die Krise der vergangenen Wochen

Biden war nach einem desaströsen Auftritt bei einem Fernsehduell gegen Ex-PrĂ€sident Trump Ende Juni extrem in die Kritik geraten. WĂ€hrend des Schlagabtauschs verhaspelte sich der mĂ€chtigste Mann der Welt regelmĂ€ĂŸig, verlor den Faden, starrte mit offenem Mund ins Leere und konnte hĂ€ufig seine SĂ€tze nicht richtig beenden. Schon vorher hatte es innerhalb der Demokratischen Partei und in der Bevölkerung wegen Bidens Alter Vorbehalte gegen seine Wiederwahlambitionen gegeben. Doch nach dem Duell entflammte die Debatte ĂŒber die Eignung des Bidens als PrĂ€sidentschaftskandidat der Demokraten in ganz neuem Ausmaß - und in aller Öffentlichkeit.

Nach der Debatte hatten sich Bidens Umfragewerte noch mal deutlich verschlechtert. Und in seiner eigenen Partei wagten sich einer nach dem anderen vor, um öffentlich Bidens RĂŒckzug aus dem Rennen um die PrĂ€sidentschaft zu fordern.

In den vergangenen Tagen hatte sich Biden nach einer Infektion mit dem Coronavirus in sein Privathaus in Rehoboth Delaware zurĂŒckgezogen und keine öffentlichen Termine absolviert. WĂ€hrend seiner Zwangspause fasste er nun den Entschluss, sich dem Druck seiner Parteikollegen zu beugen.

Demokraten vor Mammut-Aufgabe

Die Demokraten mĂŒssen nun in kĂŒrzester Zeit umsatteln und die Nachfolge regeln. Offen ist, ob die Partei Bidens Vorschlag folgt und sich hinter Harris vereint. Die 59-JĂ€hrige war in ihrem VizeprĂ€sidentenamt an der Seite Bidens bislang blass geblieben, bekam angesichts von dessen SchwĂ€che zuletzt allerdings die UnterstĂŒtzung einer ganzen Reihe wichtiger Parteimitglieder. Die Demokraten nominieren ihren PrĂ€sidentschaftskandidaten offiziell bei einem Parteitag in Chicago Mitte Augst.

Die Republikaner haben ihren PrĂ€sidentschaftskandidaten Trump bei einem Nominierungsparteitag in Milwaukee bereits offiziell gekĂŒrt.

@ dpa.de