MinisterprÀsident Schweitzer gegen 1.000-Euro-JobprÀmie
13.10.2024 - 14:18:09"Das Ziel ist richtig, Menschen aus der Langzeitarbeitslosigkeit rauszuholen, das Mittel halte aber ich fĂŒr grundfalsch", erklĂ€rte Schweitzer laut Mitteilung im Vorfeld der SPD-Vorstandsklausur in Berlin.
Es sei selten Faulheit, die zur Langzeitarbeitslosigkeit fĂŒhre, sondern mangelnde Qualifikation oder Krankheit. Oft seien Alleinerziehende betroffen oder Menschen, die andere pflegen. "Hier mĂŒssen wir ansetzen", so Schweitzer. Eine "Hintern-Hoch-PrĂ€mie" sei zudem fĂŒr all diejenigen, die hart arbeiten, eine Zumutung, so der MinisterprĂ€sident. Hinzu komme: In den vergangenen zehn Jahren seien zwar in der Gesamtwirtschaft 15 Prozent mehr Jobs entstanden, aber nur zwei Prozent im verarbeitenden Gewerbe, das fĂŒr den Arbeitsmarkt in Deutschland eine zentrale Rolle spiele. "Daher wird die SPD an einer industriepolitischen Strategie arbeiten."
Das von SPD, GrĂŒnen und FDP getragene Bundeskabinett hatte vergangene Woche beschlossen, dass Langzeitarbeitslose, die mehr als zwölf Monate in einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit beschĂ€ftigt sind, einmalig 1.000 Euro erhalten können. Die Regelung soll zum 1. Januar 2025 in Kraft treten. UnterstĂŒtzt wird der Plan unter anderem von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (GrĂŒne). Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte sich skeptisch geĂ€uĂert, SPD-Chef Lars Klingbeil hĂ€lt die PlĂ€ne fĂŒr falsch. Auch die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur fĂŒr Arbeit und frĂŒhere SPD-Vorsitzende Andrea Nahles hatte das Vorhaben kritisiert.

