Nachdem Arbeitsministerin BĂ€rbel Bas (SPD) dafĂŒr plĂ€diert hatte, Frauen in Teilzeit mehr Arbeitsstunden zu ermöglichen, kritisiert die Sprecherin der GrĂŒnen fĂŒr Arbeit und Soziales, Lisa Paus, der Koalitionsvertrag passe nicht zum Ziel der Arbeitsministerin.
BĂ€rbel Bas am 15.05.2025 - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Die ehemalige Familienministerin sagte dem "Tagesspiegel": "Das Ziel der Ministerin ist richtig: Wenn Frauen endlich so erwerbstÀtig sein könnten, wie sie es wollen, entsprÀche das rechnerisch 840.000 zusÀtzlichen Vollzeitstellen."
Paus schrÀnkte jedoch ein: "Anders als Herr Merz behauptet, mangelt es nicht am Arbeitswillen - vor allem Frauen wollen mehr arbeiten. Was sie brauchen, sind verlÀssliche und gute Kinderbetreuung und Arbeitgeber, die das bei den Arbeitsbedingungen mitdenken."
"Nur passt der Koalitionsvertrag nicht zum ausgegebenen Ziel der Ministerin: Die geplante Steuerbefreiung von Ăberstunden setzt völlig falsche Anreize." Das zementiere die traditionelle Arbeitsteilung - "der Mann arbeitet Vollzeit, die Frau hĂ€lt den Laden zuhause am Laufen - statt sie endlich zu ĂŒberwinden. Das ist weder zeitgemÀà noch wirtschaftlich vernĂŒnftig."
Die DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi forderte ebenfalls eine bessere Aufteilung unbezahlter Sorgearbeit zwischen den Partnern.
Fahimi sagte dem "Tagesspiegel": "Der VorstoĂ der Arbeitsministerin geht in die richtige Richtung." In der Debatte dĂŒrfe aber nicht der Eindruck entstehen, man mĂŒsse Frauen zur Arbeit motivieren. "Denn sie leisten gleichzeitig einen deutlich höheren Anteil an unbezahlter Sorgearbeit. Letztlich bleibt es dabei, dass die Gestaltung der Arbeitszeit eine hoch individuelle Entscheidung ist und es mehr Anreize fĂŒr eine bessere Aufteilung zwischen den Geschlechtern braucht."
Die DGB-Vorsitzende weiter: "FĂŒr die Regelung der Arbeitszeit finden die Sozialpartner in den Betrieben schon heute viele gute Lösungen - deshalb sagen wir `HĂ€nde weg` von der Deregulierung des Arbeitszeitgesetzes." Fahimi forderte stattdessen eine bessere Versorgung mit Kita- und Pflegeangeboten. "Auch dies ist entscheidend dafĂŒr, dass mehr Frauen erwerbstĂ€tig sein können." Das sei auch ein wichtiger Schritt gegen den FachkrĂ€ftemangel.
Fahimi forderte konkrete Anreize, sodass die unbezahlte Sorgearbeit zwischen den Geschlechtern besser aufgeteilt werde, "indem es zum Beispiel beim Elterngeld mehr VÀtermonate und zehn Tage frei nach der Geburt eines Kindes gibt. Auch steuerliche Anreize können dies fördern."
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