Nachhaltigkeitsberichterstattung: ESRS-Reform senkt Datenpunkte um 60%
03.07.2026 - 23:29:29 | boerse-global.de
Die neuen Regeln sollen ab dem 1. Januar 2027 gelten. Die Anzahl der erforderlichen Datenpunkte sinkt um mehr als 60 Prozent.
Die Überarbeitung präzisiert vor allem die Wesentlichkeitsanalyse. Unternehmen erhalten zudem mehr Flexibilität bei der Berichterstattung über Treibhausgasemissionen. Für Firmen mit weniger als 1.000 Beschäftigten gibt es einen neuen freiwilligen Standard. Ziel der Anpassungen: eine faire Darstellung der Nachhaltigkeitsleistung bei weniger Bürokratie.
Aurubis startet milliardenschwere Recyclinganlage
Parallel zu den Regularien treiben Unternehmen die praktische Umsetzung voran. In Hamburg nahm der Multimetall-Anbieter Aurubis die Anlage „Complex Recycling Hamburg“ (CRH) in Betrieb. Rund 190 Millionen Euro flossen in das Projekt, die Bauzeit betrug zweieinhalb Jahre.
Die weltweit einmalige Anlage soll jährlich mehr als 30.000 Tonnen zusätzliches Recyclingmaterial verarbeiten. Die Europäische Investitionsbank und die EU halfen bei der Finanzierung. Ziel ist die Sicherung der europäischen Versorgung mit strategischen Metallen wie Kupfer, Blei und Edelmetallen.
Auch bei der Energiewende gibt es technologische Neuerungen. JUMO präsentierte digitale IO-Link-Sensoren für die Wasserstoffelektrolyse. Sie messen Temperatur und Leitfähigkeit in Echtzeit. Der Verdrahtungsaufwand in den Anlagen soll dadurch um bis zu 50 Prozent sinken. Eine Ferndiagnose erhöht zudem die Betriebssicherheit bei der Erzeugung von grünem Wasserstoff.
Smarte Sensoren für Klima und Städte
Neben neuen Nachhaltigkeitsvorgaben stellen auch strengere Lieferketten-Regeln Unternehmen vor wachsende Herausforderungen. Dieser kostenlose Ratgeber unterstützt Sie dabei, die Anforderungen der EU-Entwaldungsverordnung frühzeitig zu prüfen und Sanktionen rechtssicher zu vermeiden. Gratis-Report und Checkliste zur EU-Entwaldungsverordnung herunterladen
Das IoT-Unternehmen SENSORO kündigte neue ESG-Anwendungen unter der Marke „SENSORO SOLUTION“ an. Sie umfassen Klimamonitoring, Artenschutz und Mülltrennung. In einer Partnerschaft mit Hardware-Hersteller Graphcore nutzt SENSORO spezielle Prozessoreinheiten (IPUs). Nach Unternehmensangaben erzielte die Technologie eine vierfache Leistungssteigerung gegenüber herkömmlichen Grafikprozessoren – etwa bei Hochwasserfrühwarnsystemen.
Ergänzt wird das durch Weltraumtechnik. Die Hong Kong Baptist University brachte den Satelliten „HKBU One“ auf den Weg. Das KI-Großsatellitenmodell soll intelligentes Verkehrsmanagement und Katastrophenhilfe in nachhaltigen Städten unterstützen.
Die Digitalisierung durch KI und IoT eröffnet enorme Chancen für die Nachhaltigkeit, bringt aber auch komplexe neue Compliance-Regeln wie den EU AI Act mit sich. Erfahren Sie in diesem kostenlosen E-Book, welche Fristen und Pflichten Ihre IT-Abteilung jetzt für eine rechtssichere Nutzung von KI kennen muss. Kostenlosen Umsetzungsleitfaden zum EU AI Act sichern
Auf lokaler Ebene hat Thüringen sein Klimainformationsportal aktualisiert. Es bietet nun verfeinerte Wärmebelastungsindizes und interaktive Karten zu Starkregengefahren und Trockenstress. Kommunen sollen sich so besser an den Klimawandel anpassen können.
Mini-Sensor erkennt über 100 Gase
EC-Sense meldete einen weiteren Fortschritt bei der Umweltsensorik. Das Unternehmen entwickelte einen nur einen Millimeter dicken Gassensor. Er erkennt über 100 verschiedene Gase – und benötigt keine externe Energieversorgung. Der Sensor findet bereits Anwendung in der Früherkennung von Bränden in der Industrie sowie auf der Internationalen Raumstation ISS.
Einen Ausblick auf die weitere Entwicklung gibt der Bundesverband Garten-, Landschaft- und Sportplatzbau. Für die Messe GaLaBau im September 2026 in Nürnberg kündigte der Verband Schwerpunkte in den Bereichen Biodiversität und digitale Klimaanpassung an. Dort sollen innovative Lösungen für urbane Lebensräume präsentiert werden – passend zu den neuen Nachhaltigkeitsvorgaben.
