Nachhaltigkeitsberichterstattung, Standards

Nachhaltigkeitsberichterstattung: EU vereinfacht Standards um 70%

04.07.2026 - 01:46:10 | boerse-global.de

Die EU-Kommission will die Berichtspflichten zur Nachhaltigkeit massiv reduzieren. Neue Standards treten 2027 in Kraft.

EU plant drastische Entlastung bei Nachhaltigkeitsberichten
Nachhaltigkeitsberichterstattung - Eine grafische Darstellung von ESG-Faktoren (Blatt, Figuren, Zahnräder) integriert mit Finanzdiagrammen und Datenströmen, die ESG-Investitionen symbolisieren. 04.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die verpflichtenden Datenpunkte sollen um über 60 Prozent sinken, die Gesamtzahl der Berichtspunkte sogar um mehr als 70 Prozent. Für Unternehmen mit bis zu 1.000 Beschäftigten ist ein freiwilliger Standard vorgesehen.

Die Überarbeitungen zielen darauf ab, die Wesentlichkeitsanalyse zu präzisieren. Auch die Grenzen für die Berichterstattung über Treibhausgasemissionen werden flexibler. Die neuen Standards sollen ab dem Geschäftsjahr 2027 gelten. Für das laufende Jahr sind Übergangsregelungen geplant.

Erneuerbare auf Rekordkurs

Der Anteil der Erneuerbaren am deutschen Stromverbrauch stieg im ersten Halbjahr auf 58 Prozent. Im Vorjahreszeitraum lag er noch bei 55,8 Prozent. Besonders die Windenergie legte zu – die Kapazitäten auf See wuchsen um über 28 Prozent.

Bereits im vergangenen Jahr erreichten die Erneuerbaren 56 Prozent am Bruttostromverbrauch. Der Rekordzubau bei der Photovoltaik von 17,6 Gigawatt trug maßgeblich dazu bei. Doch es gibt Baustellen: Die Wasserstoffproduktion basiert weiterhin überwiegend auf fossilen Quellen. Die Elektrolysekapazitäten reichen nicht aus, um die langfristigen Ziele zu erreichen. Zudem sind massive Investitionen in die Netzinfrastruktur nötig – die Übertragungsnetzbetreiber investierten zuletzt über 22 Milliarden Euro.

Grüne Anleihen boomen

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Die EU-Kommission plant eine drastische Vereinfachung der Nachhaltigkeitsberichterstattung: über 70 % weniger Berichtspunkte, flexible THG-Grenzen und ein freiwilliger Standard für Unternehmen bis 1.000 Beschäftigte. Mit dem kostenlosen CSRD-Check sehen Sie, ob Ihr Unternehmen von den neuen Regeln profitiert. CSRD-Check per E-Mail anfordern

Der Trend zu ESG-orientierten Finanzierungsinstrumenten hält an. Der Umweltkonzern Veolia platzierte bar abgerechnete Wandelanleihen im Wert von 400 Millionen Euro. Die Papiere richten sich an professionelle Investoren.

Auch in Asien gewinnen grüne Anleihen an Bedeutung. Sime Darby Property sicherte sich über einen Fonds für nachhaltige Projekte ein Volumen von 2,6 Milliarden Ringgit. Das Geld kommt über ein grünes Sukuk – ein islamisches Finanzierungsinstrument.

Transparenz wird zum Standard

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Unternehmen legen zunehmend Wert auf die transparente Darstellung ihrer Nachhaltigkeitsleistung. Die CRIF-Gruppe wies in ihrem Bericht für 2025 eine Wertschöpfung von 886,8 Millionen Euro aus. Ein signifikanter Teil floss direkt an Lieferanten und Mitarbeitende.

Das Unternehmen hat seine Umweltzertifizierungen ausgeweitet und eine erste Wesentlichkeitsanalyse nach der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) durchgeführt. Auch in der Industrie gewinnt das Thema an Bedeutung. Bei Top Glove sind mittlerweile 40 Prozent der Management-Anreize an ESG-Kennzahlen gebunden. Das Unternehmen konnte die CO2-Intensität bereits stärker senken als ursprünglich geplant.

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