Nachhaltigkeitszertifizierung: DGNB-Gold und Platin entscheiden Wettbewerbe
Veröffentlicht am: 24.08.2026 um 23:14 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In der Architektur- und Planungsbranche gewinnt die Nachhaltigkeitsberichterstattung massiv an Bedeutung und entwickelt sich zunehmend zu einem zentralen Kriterium im Wettbewerb um Aufträge und Auszeichnungen. Während ökologische Standards früher oft als Zusatzqualifikation galten, definieren sie heute maßgeblich den Marktwert und die Positionierung von Generalplanungsbüros.
Aktuelle Branchenentwicklungen verdeutlichen, dass sowohl renommierte Preise als auch gewonnene Realisierungswettbewerbe immer häufiger an strikte Nachhaltigkeitszertifizierungen und klimaresiliente Entwürfe gekoppelt sind.
Zertifizierungen als Beleg für Planungsqualität
Ein deutliches Beispiel für diesen Trend liefert das Generalplanungsbüro agn Niederberghaus & Partner. Das Unternehmen wurde mit dem ICONIC AWARD 2026 für das Betriebsrestaurant EAT der apetito AG in Rheine ausgezeichnet. Der vom German Design Council vergebene Preis würdigt einen Entwurf, der bereits im Jahr 2018 einen Architekturwettbewerb für sich entscheiden konnte.
Im Zentrum der Bewertung standen dabei konkrete Nachhaltigkeitsmerkmale: Das Gebäude verfügt über eine rückbaubare Dachkonstruktion, eine umfassende Dachbegrünung sowie Systeme zur Wärmerückgewinnung. Das Büro strebt für dieses Projekt eine DGNB-Gold-Zertifizierung an, was den hohen Stellenwert dokumentierter Nachhaltigkeitsstandards unterstreicht.
Auch bei großstädtischen Großprojekten erweisen sich ökologische Vorzertifizierungen als wettbewerbsentscheidend. Das Büro KSP Engel sicherte sich zusammen mit nsp landschaftsarchitekten den ersten Preis im Realisierungswettbewerb für die Urbane Mitte Süd am Berliner Gleisdreieck. Das geplante Vorhaben umfasst eine Geschossfläche von 23.750 m² und sieht zwei Hochpunkte mit einer Höhe von 49 m und 25 m vor.
Ein wesentlicher Aspekt der Planung ist die bereits vorliegende DGNB-Platin-Vorzertifizierung. Der Baubeginn für das Projekt ist für das Jahr 2027 vorgesehen. In dem Wettbewerb setzten sich die Planer gegen namhafte Konkurrenz durch; der zweite Preis ging an Kleihues + Kleihues, während Ortner & Ortner sowie Baumschlager Eberle jeweils dritte Preise erhielten.
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Instrumente zur Risikobewertung und Klimaanpassung
Parallel zur Berichterstattung über bereits realisierte Projekte rücken Werkzeuge zur Identifikation von Klimarisiken in den Fokus der Branche. Die Bodensee-Stiftung hat hierfür einen Quick-Check entwickelt, der es Unternehmen und Kommunen ermöglichen soll, Liegenschaften innerhalb von 30–60 Minuten auf potenzielle Gefährdungen zu prüfen.
Das Excel-basierte und kostenfreie Tool konzentriert sich auf die Bewertung von Risiken durch Hitze, Starkregen und Hochwasser. Während das System aktuell für Deutschland ausgelegt ist, befinden sich Versionen für Österreich und die Schweiz in Vorbereitung.
Solche Analysetools unterstützen Planungsbüros dabei, die geforderte Transparenz in der Nachhaltigkeitsberichterstattung durch belastbare Daten zu unterfüttern.
Experten warnen bereits, dass neue regulatorische Anforderungen wie die EU-Entwaldungsverordnung viele Unternehmen unvorbereitet treffen könnten. Ein Gratis-Report hilft dabei, die betroffenen Rohstoffe und Risiken schnell zu identifizieren, um Sanktionen sicher zu vermeiden. Kostenlosen Report zur EU-Entwaldungsverordnung herunterladen
Biodiversität und Klimafitness im öffentlichen Raum
Dass auch die Freiraumgestaltung verstärkt unter dem Aspekt der Klimaresilienz bewertet wird, zeigt die Auszeichnung des Landschaftsarchitekturbüros Land Rise. Für die Gestaltung der Vorplatz- und Gartenanlagen der Raiffeisen Landesbank Vorarlberg in Bregenz erhielt das Büro den BIG SEE Award in der Kategorie Öffentlicher Raum und Landschaft.
Das Projekt umfasst eine Gesamtfläche von über 7.000 m² und zeichnet sich durch den Einsatz klimafitter Pflanzen und die Förderung der Biodiversität aus. Zu den technischen Details gehören 62 m² entsiegelte Fläche sowie die Integration von insgesamt 62 Bäumen – davon 24 im Vorbereich und 38 im Mitarbeitergarten.
Diese Kennzahlen fließen unmittelbar in die ökologische Bilanzierung von Bauvorhaben ein und untermauern den Wandel der Branche hin zu einer datengestützten Nachhaltigkeitskommunikation.
