Deutschland, Bundesbank

Bundesbank rechnet mit leichtem Wirtschaftswachstum

24.05.2023 - 12:26:15 | dpa.de

Nachlassende LieferengpÀsse und gesunkene Energiepreise. Das sind zwei Faktoren, die die Wirtschaftsleistung in Deutschland laut Bundesbank wieder ankurbeln. Doch was ist mit dem privaten Konsum?

Ein Arbeiter dirigiert auf einer Baustelle einen Kran. Das Wirtschaftswachstum in Deutschland nimmt laut Bundesbank im FrĂŒhjahr leicht zu. Aber dann? - Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa

Nach Stagnation zu Jahresbeginn rechnet die Bundesbank im FrĂŒhjahr wieder mit Wirtschaftswachstum in Deutschland. «Im zweiten Quartal 2023 dĂŒrfte die Wirtschaftsleistung wieder leicht ansteigen», schreibt die Bundesbank in ihrem am Mittwoch veröffentlichten Monatsbericht. «Nachlassende LieferengpĂ€sse, das hohe Auftragspolster und die gesunkenen Energiepreise begĂŒnstigen die Fortsetzung der Erholung in der Industrie. Dies dĂŒrfte auch die Exporte stĂŒtzen, zumal die globale Konjunktur wieder etwas Tritt gefasst hat.»

Wenig Impulse erwartet die Bundesbank weiter vom privaten Konsum, der schon in den ersten drei Monaten des Jahres angesichts der Inflation als KonjunkturstĂŒtze ausfiel. «Die realen Nettoeinkommen der privaten Haushalte sollten aufgrund der krĂ€ftigen Lohnsteigerungen trotz weiter hoher Inflation zumindest nicht weiter sinken. Der private Konsum dĂŒrfte daher in etwa stagnieren», schreiben die Volkswirte.

Die Teuerungsrate

Die vergleichsweise hohe Teuerung zehrt an der Kaufkraft der Verbraucherinnen und Verbraucher. Sie können sich fĂŒr einen Euro weniger leisten. «Angesichts der nach wie vor außerordentlich hohen Preissteigerungen bei nicht-energetischen Komponenten, insbesondere Nahrungsmitteln» sei damit zu rechnen, dass die Teuerungsrate nur sehr allmĂ€hlich nachgeben werde, prognostiziert die Bundesbank.

Die EuropĂ€ische Zentralbank strebt mittelfristig PreisstabilitĂ€t bei zwei Prozent Inflation an. Mit einer Serie von Zinserhöhungen versuchen die WĂ€hrungshĂŒter, die Teuerung einzudĂ€mmen. Bundesbank-PrĂ€sident Joachim Nagel hatte am Dienstagabend in einer Rede bekrĂ€ftigt, es seien noch mehrere Zinsschritte erforderlich, um die Inflation nachhaltig in den Griff zu bekommen.

Nach vorlĂ€ufigen Daten des Statistischen Bundesamtes stagnierte das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland im ersten Quartal im Vergleich zum Vorquartal. Europas grĂ¶ĂŸte Volkswirtschaft schrammte damit knapp an einer Winterrezession vorbei. Zum Jahresende 2022 war die Wirtschaftsleistung noch um 0,5 Prozent gesunken. Am Donnerstag veröffentlicht die Wiesbadener Behörde Details zur Wirtschaftsentwicklung in den ersten drei Monaten.

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