Nagel, Richtiger

Nagel: Richtiger Zeitpunkt fĂŒr Zinssenkung noch unklar

Veröffentlicht am: 10.06.2024 um 11:38 Uhr | dpa.de

Die EuropÀische Zentralbank hat die Zinsen im Euroraum wieder gesenkt. Folgt bald der nÀchste Schritt nach unten? Der Bundesbank-PrÀsident mahnt zur Vorsicht.

Bundesbank-PrÀsident Joachim Nagel sieht keine Deindustrialisierung in Deutschland (Archivbild). - Bild: Andreas Arnold/dpa
Bundesbank-PrÀsident Joachim Nagel sieht keine Deindustrialisierung in Deutschland (Archivbild). - Bild: Andreas Arnold/dpa

Nach der Zinssenkung der EuropĂ€ischen Zentralbank dĂ€mpft Bundesbank-PrĂ€sident Joachim Nagel die Erwartungen. «Wir mĂŒssen vorsichtig bleiben. Denn die Unsicherheit ĂŒber die kĂŒnftige Wirtschafts- und Preisentwicklung ist nach wie vor groĂŸÂ», sagte Nagel einem vorab veröffentlichen Redetext zufolge am Montag in Leipzig in der Hauptverwaltung der Bundesbank fĂŒr Sachsen und ThĂŒringen.

«Ich sehe uns nicht auf einem Berggipfel, von dem es zwangslĂ€ufig nach unten geht. Ich sehe uns eher auf einem BergrĂŒcken, an dem wir den richtigen Punkt fĂŒr den weiteren Abstieg noch finden mĂŒssen.»

Die Euro-WĂ€hrungshĂŒter hatten in ihrer Sitzung am Donnerstag die erste Zinssenkung seit der Inflationswelle beschlossen. Nach knapp neun Monaten auf Rekordhoch verringerte die EuropĂ€ische Zentralbank (EZB) den Einlagenzins, den Banken fĂŒr geparkte Gelder erhalten, um 0,25 Prozentpunkte auf 3,75 Prozent. Der Zins, zu dem sich Kreditinstitute frisches Geld bei der Notenbank besorgen können, sinkt von 4,5 Prozent auf 4,25 Prozent. Niedrigere Leitzinsen sind gut fĂŒr die Konjunktur, weil Kredite tendenziell gĂŒnstiger werden.

Um die nach Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine stark gestiegene Inflation in den Griff zu bekommen, hatte die EZB seit Juli 2022 zehnmal in Folge die Zinsen nach oben geschraubt, ehe sie eine Pause einlegte. Zuletzt hat die Teuerung im Euroraum wieder an Tempo gewonnen: Im Mai stiegen die Verbraucherpreise zum Vorjahresmonat um 2,6 Prozent nach 2,4 Prozent im April. Vom Rekordhoch bei 10,7 Prozent im Herbst 2022 ist die Inflation inzwischen weit entfernt. Höhere Teuerungsraten schmĂ€lern die Kaufkraft von Verbrauchern. Die EZB strebt fĂŒr den Euroraum mittelfristig PreisstabilitĂ€t bei jĂ€hrlich zwei Prozent Inflation an. Die RĂŒckkehr zum Zielwert sei jedoch «kein SelbstlĂ€ufer», sagte Nagel.

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