Stoltenberg sichert östlichen Nato-Staaten Beistand zu
11.06.2024 - 17:53:03"Die Nato verfĂŒgt ĂŒber die KrĂ€fte, Ressourcen, FĂ€higkeiten und den politischen Willen, jeden VerbĂŒndeten zu verteidigen", sagte er am Dienstag bei einem Besuch in Lettland. Dort nahm Stoltenberg in Riga an den eintĂ€gigen Beratungen der sogenannten Bukarest-Neun-Grupppe (B9) teil. Dazu gehören Polen, RumĂ€nien, Bulgarien, Ungarn, Tschechien, die Slowakei sowie die drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen.
Das Gipfeltreffen, an dem als GĂ€ste neben Stoltenberg auch der schwedische Regierungschef Ulf Kristersson und der finnische PrĂ€sident Alexander Stubb teilnahmen, diente der Vorbereitung auf den Nato-Gipfel im Juli in Washington. "Wir haben vereinbart, dass wir vom Gipfel in Washington eine weitere StĂ€rkung der Abschreckungs- und VerteidigungsfĂ€higkeiten der Nato erwarten", sagte der gastgebende lettische PrĂ€sident Edgars Rinkevics. Auch die anhaltende langfristige UnterstĂŒtzung der Ukraine sei diskutiert worden.
Mit dem groĂangelegten Einmarsch Russlands in die Ukraine am 24. Februar 2022 haben sich die Sorgen der LĂ€nder in Mittelosteuropa verstĂ€rkt. "Unser Teil der Nato, die Ostflanke der Nato, befindet sich heute in einer besonderen Situation", sagte Polens PrĂ€sident Andrzej Duda. Die Region sei eine Bastion und Verteidigungsgrenze gegen eine mögliche Aggression gegen Nato-Staaten, aber zugleich auch am stĂ€rksten gefĂ€hrdet.
Die Staaten an der Nato-Ostflanke zĂ€hlen zu den entschiedensten UnterstĂŒtzern der Ukraine. Sie stĂŒnden dabei an "vorderster Front", sagte Stoltenberg. Eine Ausnahme ist Ungarn, das weiter enge Kontakte nach Moskau unterhĂ€lt. Es war bei dem Treffen in Riga auch nur mit seinem Botschafter vertreten - wie auch die Slowakei.
Polens PrĂ€sident Duda hielt das Fernbleiben eines Spitzenvertreters aus Ungarn fĂŒr "nicht gefĂ€hrlich". "Wir haben Einigkeit in der Nato, und ich bin absolut sicher, dass wir uns auch in Sachen Sicherheit hier an der Ostflanke einig sind", sagte er. Andere teilnehmende Staatschefs Ă€uĂerten sich Ă€hnlich zu Ungarn, das nach einem Bericht der "Financial Times" aber möglicherweise der Ausschluss aus dem B9-Format droht. Die Gruppe hatte sich nach der russischen Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim 2014 auf Initiative Polens und RumĂ€niens gegrĂŒndet.

