ROUNDUP, LĂ€nder

Auch LĂ€nder wollen Tempo bei Entlastungen

05.06.2025 - 16:37:06

(neu letzte drei AbsĂ€tze: Forderungen zum Sondervermögen.)BERLIN - Trotz Differenzen um SteuerausfĂ€lle wollen auch die LĂ€nder Tempo machen beim Entlastungspaket fĂŒr die Wirtschaft.

(neu letzte drei AbsÀtze: Forderungen zum Sondervermögen.)

BERLIN (dpa-AFX) - Trotz Differenzen um SteuerausfĂ€lle wollen auch die LĂ€nder Tempo machen beim Entlastungspaket fĂŒr die Wirtschaft. Ein gemeinsames Treffen von Bund und LĂ€ndern sei fĂŒr den 18. Juni geplant, kĂŒndigten Sachsens MinisterprĂ€sident Michael Kretschmer (CDU) und Niedersachsens MinisterprĂ€sident Olaf Lies (SPD) nach einem Treffen der 16 LĂ€nderchefinnen und -chefs in Berlin an. Seine Teilnahme an den aktuellen Beratungen in Berlin hatte Kanzler Friedrich Merz (CDU) wegen seiner US-Reise absagen mĂŒssen.

Ziel ist Entscheidung vor der Sommerpause

Auf die Frage, ob es am 18. Juni schon eine Einigung geben werde, sagte Lies: "Die Zeit ist sehr knapp. Wir werden also sofort anfangen mĂŒssen." Es gehe darum, den Weg freizumachen fĂŒr eine Entscheidung im Bundesrat im Juli. Die letzte planmĂ€ĂŸige Plenarsitzung des Bundesrats vor der Sommerpause ist fĂŒr den 11. Juli vorgesehen.

Die LĂ€nder fĂŒrchten EinnahmeausfĂ€lle, insbesondere fĂŒr ihre Kommunen. Das geplante Entlastungspaket sieht bessere steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten fĂŒr Unternehmen vor, die Maschinen, GerĂ€te und Elektroautos anschaffen. Ab 2028 soll zudem die Körperschaftsteuer sinken.

Lob fĂŒr offene Ohren beim Bund

Man teile das Ziel, die Wirtschaft anzukurbeln, betonten viele Regierungschefs. Man wolle den Investitionsbooster und die Körperschaftssteuerreform, sagte Kretschmer. "Das ist ein wesentlicher Beitrag, Deutschland wettbewerbsfÀhig zu machen."

Sowohl er als auch Lies lobten die GesprÀchsbereitschaft des Bundes. Kretschmer sprach von einem "gemeinsamen Geist". Die AtmosphÀre beim Essen mit Merz am Vorabend sei gut gewesen, ebenso beim Treffen mit Vizekanzler und Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) am Morgen.

Lies zeigte sich positiv ĂŒberrascht, Kretschmer nickte bekrĂ€ftigend. WĂ€hrend der Regierungszeit der Ampel war das VerhĂ€ltnis der LĂ€nderchefs mit dem damaligen Kanzler Olaf Scholz (SPD) zeitweise sehr angespannt.

Ziel "Stimmungswechsel"

Wichtig sei zudem, nicht Entlastungen fĂŒr die Wirtschaft und Investitionsanreize gegeneinander auszuspielen, sagte Lies. "Wir werden auch vor Ort investieren mĂŒssen." Das Ziel sei ein "Stimmungswechsel" in Deutschland, indem die Menschen merkten, dass es ihnen dank der Demokratie morgen ein StĂŒck besser geht, als es heute der Fall ist.

Kretschmer sagte, die LĂ€nder seien die Schutzpatrone der Kommunen. "Wir wollen diese Reform. Wir halten sie auch fĂŒr notwendig gemeinsam, aber wir brauchen einen finanziellen Ausgleich. Die Summen sind so gewaltig, dass man sie nicht einfach eben so mal einsparen kann." Er kĂŒndigte an, auch "Planungsbeschleunigung und RĂŒckbau von Regulierungsdichte" sowie die Staatsmodernisierung sollten bei dem Treffen mit Merz besprochen werden.

LÀnder wollen mehr Geld aus dem Sondervermögen

Mit Blick auf das neue 500 Milliarden Euro schwere Sondervermögen fĂŒr Infrastruktur und Klimaschutz melden die LĂ€nder zusĂ€tzliche AnsprĂŒche an. Bislang ist vorgesehen, dass sie ein FĂŒnftel, also 100 Milliarden Euro, erhalten. Weitere 100 Milliarden Euro des Sondervermögens sind fĂŒr Klimaschutz und den klimafreundlichen Umbau der Wirtschaft eingeplant.

Die MinisterprĂ€sidentinnen und -prĂ€sidenten fordern nun in einem Beschluss, dass ihnen "ein angemessener Anteil" der Klimaschutz-Mittel zuteilwird, und zwar "ohne Anrechnung auf Mittel der LĂ€nder". Schließlich falle ein erheblicher Teil der notwendigen Investitionen, etwa fĂŒr den Ausbau der WĂ€rmenetze, in ihren Aufgabenbereich.

FĂŒr Mittel aus dem Sondervermögen dĂŒrfe es zudem keine Kofinanzierungspflichten fĂŒr LĂ€nder und Kommunen geben. Kofinanzierung hieße, dass die LĂ€nder Geld des Bundes nicht isoliert ausgeben könnten, sondern mit eigenen Mitteln aufstocken mĂŒssten.

@ dpa.de