Automodelle, Cyber-Security-Regeln

Mehrere Automodelle fallen Cyber-Security-Regeln zum Opfer

19.03.2024 - 04:23:53

Neue EU-Regeln sollen ab Juli die Cyber-Sicherheit in Neuwagen verbessern. Doch zunÀchst lÀsst die Regelung die Modellvielfalt schrumpfen. Vor allem der VW-Konzern lichtet die Palette.

Wegen neuer EU-Regeln fĂŒr die Cyber-Sicherheit in Neuwagen nehmen mehrere Hersteller Modelle aus dem Programm. Volkswagen stellt den Kleinwagen Up und den klassischen Transporter T6.1 ein, Porsche will Macan, Boxster und Cayman in der bisherigen Verbrennergeneration nur noch fĂŒr den Export bauen, wie die Hersteller mitteilten.

Die neuen Regeln gelten ab 7. Juli, bestellen lassen sich die Modelle bereits nicht mehr. Alle Fahrzeuge, die man noch bis zum Stichtag bauen könne, seien schon verkauft, hieß es bei den Herstellern. Auch Audi, Renault und Smart lassen Ă€ltere Modelle vor dem Stichtag auslaufen.

SchÀfer: «WÀre schlichtweg zu teuer»

VW-Markenchef Thomas SchĂ€fer begrĂŒndete den Schritt mit dem hohen Aufwand, den man betreiben mĂŒssten, um das Auto an die neuen Regeln anzupassen. «Wir mĂŒssten da sonst noch einmal eine komplett neue Elektronik-Architektur integrieren», sagte SchĂ€fer. «Das wĂ€re schlichtweg zu teuer.» Nach EinschĂ€tzung von Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach wĂŒrden die Kosten pro Modell bei mehreren Millionen Euro liegen. Auch Porsche und Volkswagen Nutzfahrzeuge verwiesen auf die neuen EU-Regeln.

FĂŒr neu entwickelte Modelle gelten die strengeren Anforderungen bereits seit Mitte 2022, fĂŒr Alt-Modelle gab es eine zweijĂ€hrige Übergangsfrist, die jetzt auslĂ€uft. Danach mĂŒssen die Hersteller nachweisen, dass es schon bei der Entwicklung der Fahrzeuge ein zertifiziertes Managementsystem zur Abwehr von Hackangriffen gab. Das sei gerade bei sehr alten Modellen nachtrĂ€glich nur schwer zu machen, sagte Autoexperte Bratzel. Angesichts einer oft nur noch geringen Restlaufzeit der Modelle wĂŒrde sich dieser Aufwand kaum noch auszahlen.

@ dpa.de