Neuer Wohnraum fĂŒr Trier: Ehemalige Kaserne wird zum verbindenden Stadtquartier
Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 07:50 Uhr | presseportal, AD HOC NEWS
Seit dem Jahr 2000 sind bundesweit mehr als 300 neue Stadtquartiere entstanden, weitere 220 Quartiere mit rund 285.000 Wohnungen befinden sich aktuell im Bau.[2] Dem Bundesinstitut fĂŒr Bau-, Stadt- und Raumforschung nach entstehen ĂŒber 60 Prozent dieser Projekte auf vormals industriell, gewerblich oder militĂ€risch genutzten FlĂ€chen. Das zeigt: Konversionsprojekte gewinnen bundesweit an Bedeutung. Auch fĂŒr Christoph PauluĂen, Projektleiter der EGP, liegen Vorteile auf der Hand: "Die Umnutzung der JĂ€gerkaserne bietet die Chance, dringend benötigten Wohnraum zu schaffen und zugleich den Trierer Westen nachhaltig weiterzuentwickeln. Aus dem ehemaligen KasernengelĂ€nde entsteht ein vielfĂ€ltiges Quartier mit attraktiven FreirĂ€umen, das ökologische und soziale Aspekte gleichermaĂen berĂŒcksichtigt."
Neuer Raum fĂŒr Jung und Alt
Der GroĂteil der Neubebauung besteht aus MehrfamilienhĂ€usern. Insgesamt entstehen im Quartier rund 460 Wohneinheiten, davon rund 220 im ersten Bauabschnitt. Die EGP plant die GebĂ€ude nach Fertigstellung im eigenen Bestand zu halten. Ziel ist es, dauerhaft bezahlbaren und qualitĂ€tsvollen Wohnraum zu schaffen und die Entwicklung des Quartiers langfristig zu begleiten. Die architektonische Gestaltung verantwortet dabei die ARGE "better together".
ErgĂ€nzend zum Wohnungsbau entstehen vielfĂ€ltige FreirĂ€ume fĂŒr Begegnung, Erholung und Bewegung. Dazu gehören zwei neue SpielplĂ€tze, die als neuer Treffpunkt fĂŒr unterschiedliche Generationen im Quartier dienen sollen. Die Angebote richten sich nicht nur an die kĂŒnftigen Bewohner des Quartiers, sondern an die Menschen im gesamten Stadtteil. Den Bau fördert die StĂ€dtebauförderung ĂŒber das Programm "Wachstum und nachhaltige Entwicklung" (WNE). Die geförderten Spielangebote sollen den Kindern im Stadtteil bereits wĂ€hrend der weiteren Bauarbeiten zur VerfĂŒgung stehen. Ein Social Club, gemeinschaftlich nutzbare GartenflĂ€chen, eine Kreativwerkstatt und kurze Wege fördern zusĂ€tzlich das gemeinschaftliche Miteinander im Quartier.
"Das Projekt im Westen zeigt beispielhaft, wie aus einer ehemaligen MilitĂ€rflĂ€che ein lebendiges Stadtquartier entstehen kann. Die Entwicklung solcher Areale spart nicht nur Ressourcen, sondern stĂ€rkt bestehende Strukturen und eröffnet neue Nutzungsmöglichkeiten", sagt Max Vogel, Leading Consultant und Experte fĂŒr Quartiersentwicklung bei Drees & Sommer. DarĂŒber hinaus berĂ€t Drees & Sommer die EGP zu Fragen der Wirtschaftlichkeit, steuert Planer, Gutachter und ausfĂŒhrende Firmen im Vertrags- und Kostenmanagement. RegelmĂ€Ăiges Reporting liefert dabei belastbare Entscheidungsgrundlagen fĂŒr die Quartiersentwicklung.
Der Irrbach kehrt ans Licht
Der Irrbach ist auf seinem Weg durch Trier rund 2,1 Kilometer lang und mĂŒndet in die Mosel. Naturnah und offen flieĂt er dabei jedoch nur auf rund 500 Metern. Auf den ĂŒbrigen 1,6 Kilometern verlĂ€uft der Irrbach bis heute verrohrt unter dem GelĂ€nde der JĂ€gerkaserne und bleibt dem Stadtbild weitgehend verborgen. Jetzt wird der Bach im Bereich des neuen Quartiers offengelegt, renaturiert und nimmt eine neue Doppelrolle an: Ăkologisch verbindet er das Quartier als grĂŒnes RĂŒckgrat mit Feuchtbiotopen, die Lebensraum fĂŒr Pflanzen und Tiere schaffen. Technisch dient er dem Regenwassermanagement. Er nimmt das im Quartier anfallende Regenwasser auf, speichert es wie eine Rigole und gibt es verzögert wieder ab - vergleichbar mit einem natĂŒrlichen RegenrĂŒckhaltebecken.
"Bachöffnungen dieser Art gelten als anspruchsvolle Vorhaben. Wo ein GewĂ€sser jahrzehntelang unterirdisch verlief, treffen Renaturierung und bestehende Stadtstruktur unmittelbar aufeinander. Bebauung, Leitungen und Verkehrswege mĂŒssen mit dem neuen offenen Bachlauf in Einklang gebracht werden, ohne die Sicherheit im Quartier zu beeintrĂ€chtigen", so Vogel.
Vom Kasernenstandort zum Stadtquartier
Der erste Bauabschnitt ist bereits geschafft: Die UnterfĂŒhrung unter der Eurener StraĂe Richtung Mosel steht. Die eigentliche Offenlegung des Irrbachs und der Bau der Aufenthalts- und NaherholungsrĂ€ume sollen im vierten Quartal 2026 beginnen. Der seit September 2023 rechtskrĂ€ftige Bebauungsplan stellt die Weichen fĂŒr die Entwicklung. Derzeit werden die FlĂ€chen entsiegelt und die technische Infrastruktur vorbereitet. Neben dem Projekt im Westen steuert Drees & Sommer als ĂŒbergreifender Berater und Projektsteuerer der EGP zwei weitere groĂe Konversionsprojekte in Trier: Castelnau Mattheis und das Burgunder Viertel.
[1] BMUKN: FlÀchenverbrauch - Worum geht es?
[2] BBSR - Startseite - Neue Stadtquartiere entlasten WohnungsmÀrkte
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