MinisterprĂ€sident Weil: Keine Mehrheiten fĂŒr 'gerechteres Steuersystem'
25.11.2023 - 12:02:12Der SPD-Politiker plĂ€dierte dafĂŒr, bei der Besteuerung stĂ€rker zu differenzieren. "Normalverdienende mĂŒssen raus aus den obersten Stufen des Steuersystems. Und diejenigen, die wirklich viel Geld haben, können auch aus ihren laufenden Einnahmen mehr abgeben. Das halte ich fĂŒr gut vertretbar, und dazu wĂ€ren auch manche sehr reiche Menschen bereit", sagte der Regierungschef der "Neuen OsnabrĂŒcker Zeitung" (NOZ/Samstag). Weil sagte aber auch, dass politische Mehrheiten fĂŒr ein "gerechteres Steuersystem" derzeit "leider nicht erkennbar" seien.
Die SPD will Spitzenverdiener mit einer temporĂ€ren "Krisenabgabe" zur Kasse bitten und fĂŒr einen Umbau der Wirtschaft die Schuldenbremse reformieren. Das ist Teil eines Entwurfs fĂŒr den Leitantrag zum Parteitag im Dezember. Konkret ist im Entwurf die Rede von einer temporĂ€ren Krisenabgabe fĂŒr alle, die reichensteuerpflichtig sind. Zur Höhe macht die SPD keine Angaben. AuĂerdem sollen Erbschaften und Schenkungen höher besteuert werden, so dass sich MultimillionĂ€re und MilliardĂ€re stĂ€rker an der Finanzierung des Gemeinwohls beteiligen. FĂŒr 95 Prozent der Bevölkerung soll im Gegenzug die Einkommenssteuer sinken.
Weil signalisierte nach dem Haushaltsurteil des Bundesverfassungsgerichts in dem NOZ-Interview zudem, dass er sich vorstellen könne, die Schuldenbremse nicht nur fĂŒr 2023 wegen einer Notlage auszusetzen, sondern auch fĂŒr 2024. "Wenn es dafĂŒr eine rechtlich belastbare BegrĂŒndung gibt, wĂ€re das ein guter Weg."
UnabhĂ€ngig davon mĂŒsse aber auch ĂŒber eine Reform der Schuldenbremse gesprochen werden. "Wir mĂŒssen die Schuldenbremse besser machen. Ich finde dieses Instrument insoweit richtig, als es sagt, dass wir laufende Ausgaben aus laufenden Einnahmen decken mĂŒssen. Beim Thema Investitionen ist die Schuldenbremse allerdings dringend zu reformieren", sagte der MinisterprĂ€sident.

