Weil fordert besseren Verbraucherschutz bei FernwÀrme
24.06.2023 - 10:45:25"Endkunden können nicht ohne Weiteres zu einem alternativen EnergietrĂ€ger wechseln, daher mĂŒssen die Preise auch kontrolliert werden", sagte er der "Rheinischen Post". "Nah- und FernwĂ€rme sind ein unverzichtbarer Bestandteil, um die WĂ€rmeversorgung umzustellen", fĂŒgte er hinzu.
FernwĂ€rmenetze seien "natĂŒrliche Monopole". Das Bundeskartellamt fĂŒhre sogenannte Sektoruntersuchungen durch, in denen die Preisgestaltung der Anbieter ĂŒberprĂŒft und gegebenenfalls auch verpflichtend korrigiert werde. Das sei umso wichtiger, je stĂ€rker sich FernwĂ€rme verbreite. Auf dieser Grundlage könne man in einem nĂ€chsten Schritt auch eine bundeseinheitliche Preisaufsicht etablieren, damit "schwarze Schafe" keine Chance hĂ€tten, ihre Stellung im Markt zu missbrauchen, so Weil. Einer zeitnahen Nutzung von Wasserstoff fĂŒr die WĂ€rme in HĂ€usern erteilte er eine Absage: "Es ist Ă€rgerlich, dass derzeit bei diesem Thema vielen Menschen Sand in die Augen gestreut wird." Die Wasserstoff-Herstellung brauche extrem viel Energie, die kĂŒnftig aus Erneuerbaren stammen mĂŒsse. "Es gibt aber auf absehbare Zeit nicht genug erneuerbare Quellen, um den Bedarf zu decken, der beim Verheizen von Wasserstoff entstehen wĂŒrde. Dieser sehr gute, aber teure EnergietrĂ€ger wird in den nĂ€chsten Jahren dringender in der Industrie und fĂŒr den Antrieb von Flugzeugen, Schiffen und Lastwagen gebraucht", sagte Weil. Zudem wirbt der MinisterprĂ€sident fĂŒr einen Industriestrompreis. "Wir fordern als Land Niedersachsen einen Industriestrompreis von sieben Cent je Kilowattstunde, das entspricht in etwa dem Kurs von Wirtschaftsminister Robert Habeck", so Weil. Er warnte "mit Blick auf andere BundeslĂ€nder vor einem Unterbietungswettbewerb". Bayern hatte zuvor einen Industriestrompreis von vier Cent gefordert. Der FDP warf Weil vor, mit der Blockade eines Industriestrompreises ArbeitsplĂ€tze zu gefĂ€hrden. Es sei "eine Frage des gesunden Menschenverstandes, dass wir die Preissenkung brauchen", sagte Weil. "Wir beobachten, dass immer mehr Unternehmen aus Deutschland abwandern wollen, weil die Energiepreise hier im Vergleich zu den USA oder anderen EU-Nachbarn zu hoch sind und dort gleichzeitig hohe Subventionen winken." Wenn die FDP "aus falsch verstandener Ordnungspolitik" heraus gegen eine solche UnterstĂŒtzung sei, berge das das Risiko des Verlustes vieler Unternehmen und Tausender ArbeitsplĂ€tze. "Wenn ich Bundesfinanzminister wĂ€re, wĂŒrde ich mich fragen, wer eigentlich in fĂŒnf oder zehn Jahren die Steuern zahlen soll", so Weil.
dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH


