Anstieg, Ifo-GeschÀftsklimas

Ökonomenstimmen zum erneuten Anstieg des Ifo-GeschĂ€ftsklimas

25.07.2025 - 11:56:31

Niedrigere Zinsen und die geplanten Milliardeninvestitionen der Bundesregierung haben die Stimmung in der deutschen Wirtschaft weiter verbessert.

Wie das Ifo-Forschungsinstitut am Freitag mitteilte, ist das Ifo-GeschĂ€ftsklima im Juli leicht um 0,2 Punkte auf 88,6 Punkte gestiegen und damit nicht so deutlich wie von Experten erwartet. Sowohl die EinschĂ€tzung der aktuellen Lage als auch die Bewertung der kĂŒnftigen GeschĂ€fte haben die befragten Unternehmen dabei etwas besser eingeschĂ€tzt.

EinschĂ€tzungen von Ökonomen zum Ifo-GeschĂ€ftsklima im Überblick:

Jörg KrÀmer, Chefvolkswirt Commerzbank

"Das Tempo der Erholung ist schwach, der Ifo-Index schleppt sich nach oben. Das gilt auch fĂŒr den Einkaufsmanagerindex sowie fĂŒr die AuftragseingĂ€nge. Die AufwĂ€rtsbewegung wird gedĂ€mpft durch die sich abzeichnenden höheren US-Zölle und durch die weiter schlechte StandortqualitĂ€t, fĂŒr die sich aufgrund des fehlenden Neustarts in der Wirtschaftspolitik aus Sicht der meisten Unternehmen keine durchgreifende Besserung abzeichnet."

Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank

"Der Aufschwung kommt ganz leise. Schrittchen fĂŒr Schrittchen verbessert sich die Konjunkturstimmung in Deutschland. Dieses Schneckentempo beim Aufschwung ist verstĂ€ndlich angesichts eines konstanten Gegenwindes aus Zolldrohungen, starker chinesischer Konkurrenz und immer noch unzureichender Standortbedingungen in Deutschland. Wenn sich das Zollthema in den kommenden Wochen zumindest vorĂŒbergehend beruhigt und mit einer Sozialstaatsreform im Herbst positive Zeichen gesetzt werden, kann die wirtschaftliche AufwĂ€rtsbewegung im weiteren Jahresverlauf an Fahrt aufnehmen."

Thomas Gitzel, Chefvolkswirt bei der VP Bank

"Die deutsche Wirtschaft scheint sich im zweiten Halbjahr leicht zu erholen. Von konjunktureller Dynamik kann derweil keine Rede sein. Eine leichte konjunkturelle Erholung bedeutet im gegenwĂ€rtigen Umfeld lediglich, dass sich die Wachstumsraten ĂŒber der Nullmarke stabilisieren. Erst im kommenden Jahr dĂŒrfte sich dann mit in den in der Wirtschaft ankommenden höheren Infrastrukturausgaben die konjunkturelle Situation deutlicher verbessern."

Klaus Bauknecht, Analyst bei der IKB Deutsche Industriebank

"Um der Deindustrialisierung und dem anhaltenden BeschĂ€ftigungsabbau im Verarbeitenden Gewerbe entscheidend entgegenzuwirken, bedarf es von der Politik einiges mehr an RĂŒckenwind. Die IKB erwartet fĂŒr das laufende Jahr nur ein moderates BIP-Wachstum von 0,3 Prozent, das sich 2026 auf 1,4 Prozent beschleunigen dĂŒrfte."

Greg Fuzesi, Analyst bei der US-Bank JPMorgan

"Erfreulicherweise sind die Erwartungen im Baugewerbe in den letzten zwei Monaten sprunghaft gestiegen. Dies deutet darauf hin, dass die Unternehmen aufgrund der Haushaltswende und der vergangenen Zinssenkungen der EZB eine deutliche Verbesserung erwarten."

Valentin Jansen, Analyst bei der NordLB

"Sorgen vor einer Eskalation in den Handelsstreitigkeiten mit Washington dĂŒrften hier eine wichtige Rolle gespielt haben, was ein zentrales Risiko fĂŒr die fragile deutsche Konjunktur bleibt. Vielmehr legen harte Konjunkturdaten bereits nahe, dass es mit Blick auf die zweite JahreshĂ€lfte fĂŒr ein UmmĂŒnzen der in den letzten Monaten aufgetĂŒrmten Erwartungen auf binnenkonjunkturelle Nachfrageimpulse ankommen wird."

Marc Schattenberg, Analyst bei der Deutschen Bank

"Bemerkenswerterweise hellten sich im Verarbeitenden Gewerbe trotz handelspolitischer Unsicherheiten sowohl die Lage als auch die Erwartungen auf. Ein Wermutstropfen ist die EintrĂŒbung des Ifo-GeschĂ€ftsklimas bei den Dienstleistern. Dies ist allerdings kontrĂ€r zum positiven Signal, das der entsprechende Einkaufsmanagerindex gestern gesandt hatte."

Christoph Swonke, Analyst bei der DZ Bank

"Das von der Politik verabschiedete Sondervermögen fĂŒr die Infrastruktur und die höheren Verteidigungsausgaben dĂŒrften zwar fĂŒr einen Konjunkturimpuls sorgen, dieser kommt aber wohl erst im nĂ€chsten Jahr richtig zur Geltung. Die Unklarheit, wie die Zollverhandlungen zwischen der EU und den USA ausgehen, ist weiterhin das beherrschende Thema. Hier gilt die alte Weisheit: Wirtschaft ist Psychologie und ein stabiler Rahmen fĂŒr das GeschĂ€ft essenziell."

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