NIS2-Deadline 31. Juli: 11.000 Unternehmen fehlt BSI-Registrierung
Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 16:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Juli 2026 mĂŒssen betroffene Unternehmen beim BSI registriert sein. Doch rund 11.000 Organisationen haben das noch nicht erledigt. VerstöĂe können teuer werden â bis zu 500.000 Euro BuĂgeld drohen, plus persönliche Haftung fĂŒr die GeschĂ€ftsfĂŒhrung.
EU-VerschÀrfung: Neue Pflichten ab September
Die Anforderungen an die IT-Sicherheit steigen massiv. WĂ€hrend Deutschland die NIS2-Frist Ende Juli setzt, ziehen die Niederlande am 15. August mit neuen Cybersicherheitsgesetzen nach. Betroffen sind Unternehmen ab 50 Mitarbeitern oder ĂŒber 10 Millionen Euro Umsatz in 18 Sektoren â von Energie ĂŒber Abfallwirtschaft bis zu Lebensmittelketten.
Zu den neuen Pflichten gehören Ende-zu-Ende-VerschlĂŒsselung fĂŒr Videokonferenzen und regelmĂ€Ăige Angriffssimulationen. Noch hĂ€rter wird es ab dem 11. September: Dann greift der Cyber Resilience Act (CRA). Unternehmen mĂŒssen aktiv ausgenutzte Schwachstellen innerhalb von 24 Stunden melden â an die EU-Behörde ENISA und das CERT-Bund. Ein detaillierter Bericht folgt nach 72 Stunden, der Abschlussbericht 14 Tage nach der Behebung.
Die Strafen sind enorm: BuĂgelder bis zu 15 Millionen Euro oder 2,5 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.
Deutsche Unternehmen schlecht vorbereitet
Trotz des Drucks klaffen groĂe LĂŒcken. Eine Studie des Sicherheitsanbieters Armis zeigt: 66 Prozent der deutschen Unternehmen haben keine vollstĂ€ndige Kontrolle ĂŒber ihre vernetzten GerĂ€te. Nur 29 Prozent haben volle Sichtbarkeit ihrer digitalen Infrastruktur.
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Besonders erschreckend: WÀhrend global 25 Prozent der Firmen Zero-Trust-Architekturen vollstÀndig implementiert haben, schaffen das in Deutschland nur 6 Prozent. Die Folgen sind messbar: 49 Prozent der deutschen Organisationen wurden in den letzten zwölf Monaten Opfer eines Cyberangriffs.
Wenn der Angriff die Existenz kostet
Wie existenzbedrohend ein Vorfall sein kann, zeigt der Fall des bayerischen Textilveredlers ZEGO-TVZ. Ein Angriff am 29. MĂ€rz 2026 legte die Produktion fĂŒr sechs Wochen lahm â das Unternehmen musste Insolvenz anmelden. Das BSI bewertet die Sicherheitslage weiterhin als besorgniserregend.
Ransomware-Angriffe boomen: Laut Bitkom sind die SchĂ€den seit 2019 um 358 Prozent gestiegen. Auch das Gesundheitswesen ist betroffen. FĂŒr Arztpraxen gelten seit Ende 2025 verbindliche IT-Sicherheitsrichtlinien. Mitte Juli 2026 veröffentlichte das BSI dazu ergĂ€nzende KurzleitfĂ€den fĂŒr die ambulante Versorgung.
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Was Unternehmen jetzt tun sollten
Experten raten zu sofortigen MaĂnahmen: regelmĂ€Ăige Awareness-Trainings fĂŒr Mitarbeiter, konsequentes Patch-Management und strikte Netzwerksegmentierung. Kommt es zu einem Ransomware-Angriff, heiĂt es: betroffene Systeme isolieren, aber nicht herunterfahren â sonst gehen forensische Spuren verloren. ZusĂ€tzlich sollten spezialisierte Fachfirmen und die Polizei eingeschaltet werden.
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