Trump verdirbt Infineon die Prognose
08.05.2025 - 07:39:41Die politischen Verwerfungen in den USA kosten Infineon die Jahresprognose. Angesichts erwarteter Zölle und der starken AbschwĂ€chung des Dollars in den vergangenen Monaten hat der Halbleiterkonzern aus Neubiberg bei MĂŒnchen seine Erwartungen fĂŒr das laufende Jahr gesenkt. Konzernchef Jochen Hanebeck geht nun von einem leicht rĂŒcklĂ€ufigen Umsatz und weniger Marge aus und will weniger investieren. Dabei hatte er die Erwartungen fĂŒr den Umsatz erst im Februar erhöht - weil der Dollar damals deutlich höher bewertet worden war als aktuell.Â
Alleine die jĂŒngste KursĂ€nderung der US-WĂ€hrung hĂ€tte das Unternehmen dabei sogar noch wegstecken können, ohne bei der Prognose zurĂŒckzurudern. «Infineon hat sich im zweiten Quartal gut geschlagen. Wir wĂ€ren voll auf Kurs und lĂ€gen fĂŒr das GeschĂ€ftsjahr im Rahmen der bisherigen Erwartungen, selbst bei einem ungĂŒnstigeren Dollarkurs von 1,125», sagt Hanebeck. Doch die erwarteten Folgen der Zölle sind dann voraussichtlich doch zu viel: «Da unser Auftragseingang nach wie vor keinerlei AbschwĂ€chung zeigt, können wir die Auswirkungen der Zollauseinandersetzungen nur pauschal abschĂ€tzen», sagt der Infineon-Chef. Das tut das Unternehmen mit einem Abschlag von 10 auf den erwarteten Umsatz im vierten GeschĂ€ftsquartal.Â
Deutlich weniger Gewinn als vor einem Jahr
Dabei herrscht bei den Neubibergern jenseits der USA nicht eitel Sonnenschein. Im zweiten Quartal des GeschĂ€ftsjahres - also von Januar bis MĂ€rz - lag der Gewinn bei 232 Millionen Euro. Das sind 41 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum und auch im Vergleich zu Vorquartal ein leichter RĂŒckgang. Immerhin der Umsatz zeigte sich mit 3,6 Milliarden Euro robust und sank zum Vorjahreszeitraum nur minimal. Zum Vorquartal ging es sogar leicht nach oben.Â
Relativ gut laufen die GeschĂ€fte weiterhin im gröĂten Segment Automotive, das fĂŒr rund die HĂ€lfte des Umsatzes verantwortlich ist und auch die höchsten Margen liefert. Doch selbst dort sind die Zahlen etwas schlechter als noch vor einem Jahr. Und gerade im Automotive-GeschĂ€ft könnte es angesichts der Zölle von US-PrĂ€sident Donald Trump in den kommenden Monaten spannend werden.





