Deutschland, ErnÀhrung

BĂŒndnis drĂ€ngt FDP zum Einlenken bei Kinder-Werbeschranken

20.08.2023 - 12:06:23 | dpa.de

Noch immer sind Kinder hĂ€ufig den Verlockungen der Lebensmittelindustrie ausgesetzt. Ein BĂŒndnis macht fĂŒr den anhaltenden Zustand auch die Liberalen verantwortlich.

Geöffnete ChipstĂŒten schaffen es selten mit Rest in den nĂ€chsten Tag. - Foto: Robert Michael/dpa
Geöffnete ChipstĂŒten schaffen es selten mit Rest in den nĂ€chsten Tag. - Foto: Robert Michael/dpa

Rund 60 Organisationen aus der Wissenschaft, dem Verbraucher- und dem Kinderschutz haben die FDP aufgefordert, sich stĂ€rker fĂŒr eine gesĂŒndere ErnĂ€hrung junger Menschen einzusetzen. In einem offenen Brief verlangt das BĂŒndnis von den Freidemokraten, geplanten BeschrĂ€nkungen bei der Werbung fĂŒr ungesunde Lebensmittel an die Adresse von Kindern zu unterstĂŒtzen.

Die Partei stelle sich mit ihrer Ablehnung «gegen den einhelligen Konsens in der Wissenschaft und unter Fachorganisationen», heißt es in dem an den FDP-Vorsitzenden Christian Lindner gerichteten Schreiben, das der «SĂŒddeutschen Zeitung» (online) vorab vorliegt. Dies bedeute «eine klare Absage an den Gesundheitsschutz von Kindern und Jugendlichen». Zu den Unterzeichnern gehören der AOK-Bundesverband, der Berufsverband der Kinder- und JugendĂ€rzte, die Deutsche Diabetes Gesellschaft, das Deutsches Krebsforschungszentrum und das Deutsche Kinderhilfswerk.

SPD, FDP und GrĂŒne haben WerbebeschrĂ€nkungen grundsĂ€tzlich im Koalitionsvertrag vereinbart. Diese sollen fĂŒr Werbung fĂŒr Lebensmittel mit hohem Zucker-, Fett- und Salzgehalt gelten, die bei Sendungen und Formaten fĂŒr unter 14-JĂ€hrige gezeigt wird. In der FDP gibt es jedoch Vorbehalte gegen den Gesetzentwurf von BundesernĂ€hrungsminister Cem Özdemir (GrĂŒne). Nach Kritik hatte der Minister die vorgesehen BeschrĂ€nkungen Ende Juni noch einmal enger gefasst. Werbeverbote fĂŒr Produkte mit zu viel Zucker, Fett und Salz sollten nun etwa auf Zeiten konzentriert werden, in denen besonders viele Kinder Fernsehen schauen.

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