Glyphosat - Noch keine Mehrheit fĂŒr neue Zulassung in Sicht
12.10.2023 - 16:38:59Kurz vor einer wichtigen Abstimmung zur möglichen Wiederzulassung von Glyphosat zeichnet sich noch keine Mehrheit fĂŒr das Vorhaben ab. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus EU-Kreisen hat sich bei einer Testabstimmung im zustĂ€ndigen Fachausschuss keine ausreichende Mehrheit fĂŒr eine Erneuerung der Zulassung ausgesprochen.
Die EU-Kommission hatte vorgeschlagen, die Zulassung des umstrittenen Unkrautvernichters bis Ende 2033 zu erneuern. Noch ist Glyphosat in der EU bis Mitte Dezember erlaubt. Kritiker sehen im Einsatz von Glyphosat unter anderem groĂe Gefahren fĂŒr die Umwelt, Hersteller widersprechen dem.
Sollte sich am Freitag bei der richtigen Abstimmung eine qualifizierte Mehrheit fĂŒr den Vorschlag der EU-Kommission aussprechen, steht einer Erneuerung der Zulassung nichts im Weg. FĂŒr eine qualifizierte Mehrheit braucht die EU-Kommission die Zustimmung von mindestens 55 Prozent der EU-Staaten, die gleichzeitig mindestens 65 Prozent der EU-Bevölkerung reprĂ€sentieren.
Wenn keine Mehrheit fĂŒr das Vorhaben gefunden wird, muss in einem Berufungsausschuss nochmals ĂŒber die Frage diskutiert werden. Sollte es im Berufungsausschuss weder eine qualifizierte Mehrheit fĂŒr noch gegen den Vorschlag der Kommission geben, muss die Kommission eigenstĂ€ndig entscheiden. Dass sich eine Mehrheit gegen eine Erneuerung der Zulassung ausspricht, gilt als sehr unwahrscheinlich.
Ende Juli hatte die EuropĂ€ische Behörde fĂŒr Lebensmittelsicherheit (Efsa) eine Untersuchung zu Glyphosat veröffentlicht, in der sie keine inakzeptablen Gefahren, aber DatenlĂŒcken in mehreren Bereichen gesehen hatte. Das Mittel soll unter bestimmten Bedingungen eingesetzt werden dĂŒrfen. So mĂŒssen MaĂnahmen zur Risikominderung getroffen werden. Dabei geht es etwa darum, zu verhindern, dass Glyphosat bei der Anwendung stark verweht wird.
Bundesagrarminister Cem Ăzdemir (GrĂŒne) hatte sich klar gegen einen lĂ€ngeren Einsatz von Glyphosat ausgesprochen. Auch Staaten wie die Niederlande und Ăsterreich werden eine Erneuerung der Zulassung nicht unterstĂŒtzen.


