Nordzucker schlieĂt lange Kampagne 2024 / 25 erfolgreich ab - hohe RĂŒbenertrĂ€ge und zuverlĂ€ssige Verarbeitung
20.02.2025 - 11:00:09Mit einer durchschnittlichen Dauer von 145 Tagen (Vorjahr 135 Tage) war die Kampagne eine der lĂ€ngsten in der Geschichte des Unternehmens. WĂ€hrend konzernweit hohe RĂŒbenertrĂ€ge verzeichnet werden konnten, blieben die Zuckergehalte leicht unter dem fĂŒnfjĂ€hrigen Durchschnitt. Eine spĂ€tere Aussaat als in den Vorjahren sowie ein kĂŒhles und nasses FrĂŒhjahr bremsten zunĂ€chst die Entwicklung der RĂŒben. Doch ein Wachstumsschub im Sommer konnte dies teilweise ausgleichen. Im weiteren Verlauf fĂŒhrten regelmĂ€Ăige NiederschlĂ€ge schlieĂlich zu hohen RĂŒbenertrĂ€gen, hatten jedoch auch Auswirkungen auf den Zuckergehalt der ZuckerrĂŒben. Die RĂŒbenqualitĂ€t war in den meisten Regionen insgesamt auf einem guten Niveau mit Ausnahme der Slowakei. Dort, aber auch in Deutschland, waren vielerorts Blattkrankheiten aufgetreten.
"Die stabilen Temperaturen im Winter sorgten fĂŒr gute Ernte- und Verarbeitungsbedingungen, sodass die RĂŒben bis in den Januar hinein eine gute QualitĂ€t aufwiesen. Dank dieser guten Witterungsbedingungen und der hervorragenden Zusammenarbeit aller Beteiligten konnten wir eine sehr stabile Kampagne durchfĂŒhren. Trotz der hohen RĂŒbenmengen und der sehr langen Verarbeitungszeit verlief die Kampagne insgesamt sehr gut", so Lars Gorissen, Chief Executive Officer der Nordzucker AG.
Die Crush, die Verarbeitung des Zuckerrohrs, in Australien wurde bereits am 14. Januar 2025 im Werk Marian beendet. Dabei wurden rund 4,85 Millionen Tonnen Zuckerrohr verarbeitet. Starke RegenfĂ€lle und StĂŒrme in der Region hatten zuletzt die Ernte des Zuckerrohrs beeintrĂ€chtigt. Zwei der drei Werke von Mackay Sugar beendeten aus diesen GrĂŒnden die Ernte und Verarbeitung des Zuckerrohrs bereits vor Weihnachten.
Effiziente Verarbeitungsleistung und erfolgreiche Investitionen sichern CO2-Reduktion in den Werken
Die Verarbeitungsleistung in den Werken war wĂ€hrend der Kampagne ĂŒber den gesamten Konzern und die gesamte Kampagne hinweg sehr gut. GroĂe Investitionen, wie das neue 80.000 Tonnen Zucker fassende Silo in Nordstemmen und der Extraktionsturm in Uelzen, haben sich in ihrer ersten Kampagne bereits erfolgreich bewĂ€hrt und sind wesentliche Meilensteine, um die CO2-Reduktionsziele des Unternehmens zu erreichen. Der Ausfall des Werks in Schladen aufgrund eines Defekts am Extraktionsturm konnte durch die Umdisponierung der RĂŒben und der auĂerordentlichen Leistung der anderen vier Standorte erfolgreich kompensiert werden: "Der Schaden am Extraktionsturm in Schladen am Anfang der Kampagne war sicherlich eine Herausforderung. Umso mehr freut es mich, dass unsere RĂŒbenlogistik, die Produktion sowie die Reparaturen am Turm mit viel Engagement und Elan unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gemeistert wurden und wir diese Kampagne sicher und gut zu Ende gebracht haben", betont Alexander Godow, Chief Operating Officer der Nordzucker AG.
In der nun anstehenden Instandhaltungsphase stehen umfangreiche Arbeiten in den Werken an, um die Anlagen auf die nĂ€chste Kampagne vorzubereiten und die Energieeffizienz der Fabriken noch weiter zu verbessern. In Nordstemmen wird beispielsweise im Verlauf der nĂ€chsten Monate die zweite Stufe der BrĂŒdenkompression fertiggestellt. Hierbei wird Dampf wieder aufbereitet und mehrfach genutzt, was insgesamt Energie und CO2 spart. Die dĂ€nischen Werke in NykĂžbing und Nakskov werden derzeit auf die Nutzung von Biomethan, das aus eigenen RĂŒbenschnitzeln hergestellt wird, vorbereitet. Damit setzt Nordzucker kontinuierlich seine GoGreen-MaĂnahmen in den Fabriken um, die dazu dienen, die gesteckten Dekarbonisierungsziele schrittweise umzusetzen und bis 2050 Zucker CO2-neutral herzustellen.
Gemeinsam Herausforderungen meistern und nachhaltig agieren
Die Aussicht auf groĂe produzierte Zuckermengen sowie eine verhaltende Nachfrage im Zuckerkonsum haben seit 1. Oktober 2024 die Preise fĂŒr Zucker in der EU sehr schnell und deutlich fallen lassen. Alexander Bott, Chief Financial Officer der Nordzucker AG erklĂ€rt dazu: "Auch wenn es erste Anzeichen gibt, dass wir die Talsohle erreicht haben und sich der Zuckermarkt etwas erholt, werden wir dennoch durch die niedrigen Marktpreise bei gleichzeitig steigenden Kosten stark belastet. Neben dem volatilen Markt sind der Klimawandel sowie die vom Markt eingeforderten CO2-Reduktionen Herausforderungen, die es zu meistern gilt. Diese groĂen und langfristig angelegten Themen können wir nur gemeinsam bewĂ€ltigen. Jeden Tag besser zu werden - das heiĂt effizienter, profitabler und nachhaltiger zu agieren - bilden wir mit vielfĂ€ltigen unternehmensweiten Programmen ab."
Ausbreitung von RĂŒbenkrankheiten durch Schilf-GlasflĂŒgelzikade
"Mit Blick in die Zukunft wird klar: Wir mĂŒssen uns mit den vielfĂ€ltigen Auswirkungen des Klimawandels auseinandersetzen. Uns - und auch unsere RĂŒben-Anbauer - beschĂ€ftigt derzeit besonders die stetige Ausbreitung der Schilf-GlasflĂŒgelzikade, die sich durch verĂ€nderte Witterungsbedingungen immer weiter ausbreitet", erlĂ€utert Lars Gorissen. Die Schilf-GlasflĂŒgelzikade ĂŒbertrĂ€gt RĂŒbenkrankheiten, die sich massiv auf den Zuckergehalt der RĂŒben und ihre VerarbeitungsqualitĂ€t auswirken. Nordzucker setzt sich intensiv mit dieser Thematik auseinander, ist auf verschiedenen Ebenen aktiv und baut das Netzwerk mit Forschungsinstitutionen, mit VerbĂ€nden und Anbauern weiter aus. "Um die Ausbreitung der Zikaden zu stoppen, mĂŒssen kurzfristig bereits zugelassene Pflanzenschutzmittel auch fĂŒr den Einsatz gegen diesen SchĂ€dling zugelassen werden. Gemeinsam mit den ZuckerverbĂ€nden setzen wir uns dafĂŒr ein. Gleichzeitig intensivieren wir die Forschung rund um Interaktionen von Wirtspflanze, Zikade und Erreger, die Umstellung der Fruchtfolge und den Anbau von weniger anfĂ€lligen Sorten, sowie die LagerfĂ€higkeit und VerarbeitungsqualitĂ€t von ZuckerrĂŒben", fĂŒhrt Gorissen aus und ergĂ€nzt: "ZuckerrĂŒben sind nach wie vor ein wichtiger Bestandteil der Landwirtschaft und Grundlage fĂŒr eine sichere Lebensmittelversorgung; sie bleiben fĂŒr unsere Anbauer wirtschaftlich und in der Fruchtfolge interessant."
Hintergrund
Kampagne / Crush
Als ZuckerrĂŒbenkampagne oder kurz Kampagne wird der Zeitraum des Jahres bezeichnet, in dem die ZuckerrĂŒben in den Zuckerfabriken verarbeitet werden. Die Kampagne dauert in der Regel von Mitte September bis Januar. Die Crush ist die Zeit, in der das Zuckerrohr in den ZuckermĂŒhlen von Mackay Sugar Ltd. in Australien verarbeitet wird. Sie dauert etwa von Juni bis Dezember.
Schilf-GlasflĂŒgelzikade
Schilf-GlasflĂŒgelzikaden ĂŒbertragen das Syndrome Basses Richesses (SBR) auf ZuckerrĂŒben (das Syndrom der niedrigen Zuckergehalte). SBR wird durch ein Bakterium verursacht und zeigt sich Ă€uĂerlich anhand eines gelb verfĂ€rbten Blattapparates und lanzettartigen HerzblĂ€ttern. In der Folge bilden die ZuckerrĂŒben deutlich weniger Zucker. DarĂŒber hinaus ĂŒbertrĂ€gt die Schilf-GlasflĂŒgelzikade ebenfalls ein Phytoplasma (zellwandfreies Bakterium), welches die Krankheit Stolbur - auch bekannt unter dem Begriff "GummirĂŒbe"- ĂŒbertrĂ€gt. Dabei welken die RĂŒbenblĂ€tter zunĂ€chst, sterben ab und der RĂŒbenkörper wird gummiartig, schrumpft und kann schwerer verarbeitet werden. Auch Stolbur ist mit hohen Zuckerertragsverlusten verbunden.
Nordzucker
Nordzucker ist einer der weltweit fĂŒhrenden Hersteller von Zucker aus RĂŒben und Zuckerrohr. Der Konzern gewinnt Zuckerprodukte in verschiedenen Formen, wie WeiĂzucker, Biozucker, Rohzucker, Raffinade, SpezialitĂ€ten und FlĂŒssigzucker. DarĂŒber hinaus produziert Nordzucker aus erneuerbaren Energien Futtermittel, Melasse, DĂŒngemittel und Kraftstoffe sowie Strom. Im GeschĂ€ftsjahr 2023/2024 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 2,9 Milliarden Euro. Das Unternehmen wĂ€chst weiter und erweitert sein Portfolio um pflanzliche Proteine, insbesondere aus der regional angebauten Gelben Erbse. Nordzucker produziert bereits in vielerlei Hinsicht nachhaltig: aus regionalem Anbau, mit kurzen Transportwegen, unter höchsten QualitĂ€ts- und Sozialstandards und mit vollstĂ€ndiger Verwertung der AckerfrĂŒchte. Ziel ist es, bis spĂ€testens 2050 die gesamte Produktion CO2-neutral zu gestalten. Nordzucker setzt sich fĂŒr Nachhaltigkeit ein, vom Landwirt bis zum Verbraucher, und macht Nachhaltigkeit zu einem integralen Bestandteil des Unternehmens. Exzellente Produkte und Dienstleistungen, Wachstumsperspektiven und kontinuierliche Verbesserungen sind die treibende Kraft hinter einem engagierten und internationalen Team von mehr als 3.900 Mitarbeitern an 21 europĂ€ischen und australischen Standorten.
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Nicole Dinter
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