NRW-Sicherheitsprüfung, Straftaten

NRW-Sicherheitsprüfung: 570 Straftaten bei 6.800 Ausreisepflichtigen

Veröffentlicht am: 29.08.2026 um 01:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Das LKA NRW ordnet 152 Personen rund 570 Straftaten zu; zugleich verlaufen Abschiebungen in den Kommunen unterschiedlich.

NRW prüft 6.800 Ausreisepflichtige auf mögliche Straftaten
Ein leerer, modern gestalteter Flur in einer Behörde des Landes Nordrhein-Westfalen mit neutralen Bürotüren. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen (LKA NRW) hat eine umfassende Überprüfung von insgesamt 6.800 ausreisepflichtigen Personen eingeleitet. Ziel der Maßnahme ist es, diese Individuen auf mögliche begangene Straftaten hin zu untersuchen.

Die entsprechenden Personendaten stammen aus Listen der Zentralen Ausländerbehörden (ZAB) in Coesfeld und Unna. Während die Liste aus Coesfeld 1.573 Personen umfasst, bezieht sich der Datensatz aus Unna auf .5250 Staatsangehörige aus dem Irak.

Amtshilfe und landesweite Datenerhebung

Die nordrhein-westfälische Fluchtministerin Verena Schäffer (Grüne) ersuchte Innenminister Herbert Reul um Amtshilfe, um die Überprüfung der ausreisepflichtigen Personen durch die Polizeibehörden zu ermöglichen.

Hintergrund dieser Initiative ist die Identifizierung von Sicherheitsrisiken innerhalb der Gruppe der Geduldeten und Ausreisepflichtigen. Nach aktuellen Behördenangaben leben in Nordrhein-Westfalen derzeit rund 45.000 Personen mit einem Duldungsstatus, während insgesamt 56.000 Personen als ausreisepflichtig eingestuft sind.

Ministerin Schäffer forderte zudem detaillierte Berichte zur sogenannten Coesfelder Liste an. Parallel dazu prüft die Stadt Köln die vorliegenden Ergebnisse. Die Zusammenarbeit zwischen den Ausländerbehörden und dem Innenministerium soll sicherstellen, dass straffällig gewordene Personen priorisiert behandelt werden.

Ermittlungsergebnisse und schwere Straftaten

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Erste Auswertungen einer Teilmenge, der sogenannten Kölner Liste mit 471 Personen, lieferten bereits konkrete Erkenntnisse. Nach Angaben des LKA NRW gelten 152 dieser Personen als tatverdächtig. Diesen Individuen werden seit dem Herbst 2024 rund 570 Straftaten zugerechnet.

Die statistische Auswertung zeigt eine erhebliche kriminelle Intensität bei einem Teil der Überprüften: 14 Personen werden der Organisierten Kriminalität zugeordnet, während 37 Personen in sogenannten Strukturverfahren geführt werden. Bisher sind in diesem Zusammenhang 10 Strafanzeigen eingegangen.

Die Liste der ZAB Coesfeld offenbart zudem die Beteiligung an schweren Delikten. Unter den überprüften Personen finden sich Tatverdächtige in vier Fällen von Vergewaltigung, vier Raubüberfällen sowie einem Fall von sexuellem Missbrauch. Zudem wurden zwei Fälle von Kinderpornografie aktenkundig. In einem spezifischen Fall steht ein 16-jähriger Jugendlicher aus Bosnien unter Verdacht und wurde bereits angeklagt.

Regionale Umsetzung und politische Reaktionen

Die Umsetzung von Konsequenzen aus diesen Erkenntnissen, insbesondere Abschiebungen, gestaltet sich regional unterschiedlich. Von den 471 Personen der Coesfelder Liste wurden bisher 5 Abschiebungen vollzogen. In Düsseldorf wurden von 56 gemeldeten Fällen bisher 9 Personen abgeschoben.

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In Bochum führten 12 gemeldete Fälle zu 3 laufenden Verfahren. Aus Dortmund wurde gemeldet, dass von 10 gemeldeten Fällen bislang keine Abschiebung erfolgte. Die Stadt Köln lehnte laut Berichten eine Unterstützung bei der Überprüfung von knapp 500 ausreisepflichtigen Personen ab.

Bereits im November 2024 hatte die ZAB Coesfeld insgesamt 1.247 ausreisepflichtige Personen an die Kommunen gemeldet. Angesichts der aktuellen Entwicklungen und der Anzahl der identifizierten Straftaten fordert die SPD-Fraktion im nordrhein-westfälischen Landtag eine Sondersitzung, um die Überprüfung der ausreisepflichtigen Personen parlamentarisch aufzuarbeiten.

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