Experte: KlimaneutralitÀt im Verkehr bis 2045 ist gefÀhrdet
05.12.2024 - 06:24:15"Die Gesamtbilanz fĂ€llt ernĂŒchternd aus und vor allem unzureichend", sagte Christian Hochfeld, Direktor der Agora Verkehrswende. Die gemeinnĂŒtzige Organisation setzt sich fĂŒr KlimaneutralitĂ€t im Verkehr ein. Hochfeld warnt: "Die KlimaneutralitĂ€t des Sektors bis 2045 ist gefĂ€hrdet."
E-Auto-Ziel könnte verfehlt werden
So habe sich die inzwischen beendete Ampel-Koalition aus SPD, GrĂŒnen und FDP unter anderem das Ziel gesetzt, den E-Auto-Bestand in Deutschland bis 2030 auf rund 15 Millionen Fahrzeuge zu erhöhen. Werde auf weitere MaĂnahmen verzichtet, werde dieses Ziel um rund sechs Millionen Fahrzeuge verfehlt, schreibt die Organisation in einer vorlĂ€ufigen Bilanz zur Arbeit der Regierung. Mitte dieses Jahres gab es im Bestand gut 1,5 Millionen reine E-Autos.
Notwendig seien neue Förderprogramme, um insbesondere Haushalten mit niedrigeren und mittleren Einkommen den Kauf eines E-Autos zu ermöglichen und somit neue Kundengruppen zu erschlieĂen. FĂŒr Schienen und StraĂen in Deutschland seien zudem eine langfristige Finanzierung erforderlich, damit die Baubranche ihre KapazitĂ€ten hochfahren könne. Hochfeld befĂŒrwortete einen Infrastrukturfonds, in den auch Mittel aus einer einzufĂŒhrenden Pkw-Maut flieĂen könnten.
Aufhebung der Sektor-Klimaziele war ein Fehler
Deutlich kritisierte er, dass im ĂŒberarbeiteten Klimaschutzgesetz sektorspezifische Klimaziele aufgehoben wurden. Seither mĂŒssen die einzelnen Ministerien nicht mehr nacharbeiten, wenn die CO2-Reduktionsziele in ihrem Bereich verfehlt werden. Im Verkehr ist das seit Jahren der Fall. "Dass der Verkehrssektor aus der Pflicht genommen wurde, hat aus unserer Sicht dazu gefĂŒhrt, dass noch weniger Emissionen eingespart werden", sagte der Agora-Verkehrswende-Direktor.
Um das Ziel KlimaneutralitĂ€t im Verkehr bis 2045 noch zu erreichen, schlĂ€gt die Organisation fĂŒr die nĂ€chste Bundesregierung mehrere Schwerpunkte vor, darunter eine MobilitĂ€tsgarantie fĂŒr Menschen, die etwa wegen eines fehlenden FĂŒhrerscheins keinen Zugang zur Autonutzung haben - auch durch den Ausbau des Nah- und Regionalverkehrs auf dem Land.

