Machtkampf, Heckler

Machtkampf unter Heckler & Koch-AktionÀren ist entschieden

13.02.2025 - 17:34:26

Ob Sturmgewehre, Maschinengewehre, Pistolen oder Granatwerfer: Bei dem Verkauf von Handfeuerwaffen ist Heckler & Koch auf Wachstumskurs. Doch ein AktionĂ€rszwist sorgte fĂŒr negative Schlagzeilen.

Der jahrelange Machtkampf zwischen zwei GroßaktionĂ€ren von Heckler & Koch ist beendet. Der Bundesgerichtshof teilte mit, dass eine Nichtzulassungsbeschwerde zurĂŒckgewiesen sei (Aktenzeichen XI ZR 8/24). 

Mit dieser Beschwerde hatte der frĂŒhere MehrheitsaktionĂ€r Andreas Heeschen seinen Einfluss beim grĂ¶ĂŸten deutschen Hersteller von Handfeuerwaffen wahren wollen, scheiterte damit aber. Ein Urteil des Frankfurter Oberlandesgerichts wird rechtskrĂ€ftig. 

Im vergangenen Jahrzehnt hatte er der Luxemburger Finanzholding CDE ein großes Aktienpaket verpfĂ€ndet, spĂ€ter aber weiterhin Anspruch auf die Stimmrechte angemeldet. Jahrelang war unklar, ob die CDE die Stimmenmehrheit hatte oder nicht. Mit der Entscheidung des BGH ist nun klar, dass sie mehr als 80 Prozent der Stimmrechte hĂ€lt und der Investor Heeschen nur noch eine Randfigur ist. 

Heckler & Koch teilte mit, dass nun Rechtsklarheit geschaffen worden sei und eine bislang offene gesellschaftsrechtliche Fragestellung entfalle. Die Finanzholding CDE begrĂŒĂŸte die Entscheidung: «Diese Entscheidung bestĂ€tigt unsere Position und sorgt fĂŒr die notwendige Rechtssicherheit, die eine stabile und nachhaltige Entwicklung der Gesellschaft gewĂ€hrleistet.» Der in dem Rechtsstreit unterlegene Investor Heeschen ließ eine Anfrage zunĂ€chst unbeantwortet.

Kuriose Situation bei einem AktionÀrstreff

Der Machtkampf zwischen den beiden AktionĂ€ren CDE und Heeschen hatte im vergangenen Sommer dazu gefĂŒhrt, dass eine bereits begonnene Hauptversammlung ĂŒberraschend abgebrochen werden musste: Der Aufsichtsratsvorsitzende Rainer Runte hatte entschieden, das umstrittene Aktienpaket wegen der noch offenen Rechtsfrage nicht zur Abstimmung zuzulassen. 

Weil Heeschen wider Erwarten ein anderes Aktienpaket nicht zur Hauptversammlung anmeldete, waren weniger als 50 Prozent des Grundkapitals bei dem AktionĂ€rstreff vertreten - die Mindestbeteiligung war damit verfehlt und die Hauptversammlung endete abrupt, was bei solchen Treffen Ă€ußerst ungewöhnlich ist. Solche Unsicherheiten wird Heckler & Koch nach der BGH-Entscheidung kĂŒnftig nicht mehr haben. 

Firma hat volle AuftragsbĂŒcher

Heckler & Koch ist mit seinen mehr als 1.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der grĂ¶ĂŸte deutsche Hersteller von sogenannten Kleinwaffen - damit gemeint sind Waffen, die man alleine tragen kann, also Sturmgewehre, Maschinengewehre, Pistolen und Granatwerfer. Hauptkunde ist die Bundeswehr. 

Seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine vor knapp drei Jahren ist die Nachfrage nach Waffen deutlich gestiegen, was auch die GeschĂ€fte der SchwarzwĂ€lder Waffenschmiede angekurbelt hat. Zu den Konkurrenten von H&K gehören neben Haenel aus ThĂŒringen Beretta aus Italien, Sig Sauer aus den USA, FN Herstal aus Belgien und das tschechische Unternehmen CZG, das 2021 die US-Firma Colt ĂŒbernahm.

@ dpa.de