Österreichischer Zivilschutz-Probealarm: 8.300 Sirenen heulen am 3. Oktober
Veröffentlicht am: 03.10.2026 um 00:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Am 3. Oktober 2026 führt Österreich den alljährlichen bundesweiten Zivilschutz-Probealarm durch. Am ersten Samstag im Oktober überprüfen das Bundesministerium für Inneres, die Landeswarnzentralen und die Feuerwehren die Funktionsfähigkeit der technischen Warninfrastruktur.
Der Test dient der technischen Überprüfung des Warn- und Alarmsystems sowie der Information der Bevölkerung über die verschiedenen Warnsignale und das korrekte Verhalten im Ernstfall. Neben dem traditionellen Netz von Feuerwehr- und Zivilschutzsirenen steht dabei erneut auch das mobile Warnsystem AT-Alert im Fokus.
Vier Signale im viertelstündigen Takt
Zwischen 12:00 und 12:45 Uhr werden die akustischen Signale über das Sirenennetz ausgelöst. Bundesweit kommen dabei rund 8.300 Feuerwehrsirenen zum Einsatz. Laut Stadt Steyr können die Signale über mehr als 8.300 Zivilschutzsirenen ausgestrahlt werden, während der Landesfeuerwehrverband Oberösterreich von mehr als 8.300 Sirenen bundesweit und 1.430 Anlagen im Bundesland Oberösterreich berichtet.
Im Burgenland werden 325 der österreichweit rund 8.000 Sirenen getestet, in Wien umfasst die Überprüfung 180 Sirenen von mehr als 8.000 im gesamten Bundesgebiet.
Der Testablauf gliedert sich in vier definierte Stufen:
- Um 12:00 Uhr erfolgt die Sirenenprobe mit einem 15-sekündigen Dauerton.
- Um 12:15 Uhr folgt das Signal „Warnung“ mit einem 3 Minuten dauernden, gleichbleibenden Dauerton.
- Um 12:30 Uhr signalisiert das System „Alarm“ mit einem einminütigen auf- und abschwellenden Heulton.
- Um 12:45 Uhr schließt die „Entwarnung“ die Sirenenabfolge mit einem einminütigen Dauerton ab.
Im Jahr 2025 fielen beim Probealarm österreichweit 37 Sirenen aus, was einer Ausfallquote von 0,44 % entsprach. Die Funktionsfähigkeit lag je nach Bundesland zwischen 98,3 und 100 %.
Paralleltests über das Mobilfunksystem AT-Alert
Zusätzlich zu den Sirenen laufen zwischen 12:00 und 13:00 Uhr Tests über das zellbasierte System AT-Alert. Die Warnungen erreichen Mobiltelefone, die im betroffenen Gebiet ins Mobilfunknetz eingebucht sind. Mögliche Anlässe für reale Alarme sind Extremwetter, Naturkatastrophen, Überschwemmungen und Waldbrände. Der Empfang erfolgt anonym und ohne Rückgriff auf personenbezogene Daten wie Handynummern.
Am 3. Oktober heulen zwischen 12:00 und 12:45 Uhr rund 8.300 Sirenen — erst 15 Sekunden Probe, dann Warnung, Alarm und Entwarnung. Wer die Signale im Ernstfall richtig deutet, gewinnt wertvolle Minuten. Unser kostenloser Leitfaden zeigt Ihnen die vier Signaltypen und das passende Verhalten. Notfall-Leitfaden jetzt anfordern
Das AT-Alert-System umfasst insgesamt fünf Warnstufen. Während Level 1 als Notfallalarm standardmäßig auf den Endgeräten aktiviert ist und nicht abgeschaltet werden kann, lassen sich die Level 2 bis 5 individuell ein- oder ausschalten.
Am 3. Oktober 2026 wird von 12:00 bis 12:15 Uhr bundesweit eine Gefahreninformation der Stufe Level 4 ausgesendet, die nur auf Geräten mit aktivierter Warnstufe empfangen wird.
Von 12:45 bis 13:00 Uhr folgt der landesweite Notfallalarm (Level 1), der unabhängig von den Geräteeinstellungen auch bei stummgeschalteten Telefonen ertönt. Die Steiermark testet diesen Notfallalarm als höchste Warnstufe um 12:45 Uhr.
Technische Voraussetzungen und zusätzliche Kanäle
Laut Innenministerium ist der Empfang von AT-Alert auf Mobiltelefonen mit älteren Betriebssystemen grundsätzlich nicht möglich. Die notwendigen Konfigurationen sind ab den Betriebssystemversionen Apple iOS 17.4 sowie Android 11 implementiert. Die übermittelten Testmeldungen weisen explizit darauf hin, dass keine Gefahr besteht und keine Notrufnummern gewählt werden sollen.
AT-Alert erreicht Ihr Handy nur, wenn das Betriebssystem aktuell genug ist — auf älteren Geräten bleibt die Warnung aus. Prüfen Sie vor dem nächsten Probealarm, welche Warnstufen bei Ihnen aktiv sind und wie Sie die Familie im Ernstfall erreichen. Checkliste für Ihre Handy-Warnungen sichern
In Wien werden zwischen 12:00 und 13:00 Uhr zusätzlich weitere Warnkanäle überprüft. Zudem bündelt die Zivilschutz-App Ziva Informationen und bietet personalisierte Gefahrenanalysen, Vorsorgehinweise sowie Live-Warnungen für die Bevölkerung.
Mehr zum Thema bei Kronen Zeitung: „Zivilschutz-Probealarm - Am Samstag heulen wieder die Sirenen und Handys“
