Offboarding: 63% der Unternehmen leiden unter unbefugten Zugriffen
30.06.2026 - 15:13:41 | boerse-global.de
Am 26. Juni veröffentlichte die NewVision Software GmbH einen Praxis-Leitfaden zum systematischen Offboarding. Das Ziel: Sicherheitslücken schließen und Wissenstransfer sichern. Der Hintergrund ist alarmierend: 63 Prozent der Unternehmen haben mit unberechtigten Zugriffen ehemaliger Mitarbeiter zu kämpfen.
Datenzugriff als Sicherheitsrisiko
Fast zwei Drittel der Angestellten behalten nach ihrem Austritt Zugriff auf sensible Unternehmensdaten. Das zeigt eine Erhebung von Wing Security. Der neue Leitfaden unterteilt den Offboarding-Prozess daher in acht Kernbereiche – von der internen Kommunikation über die IT-Sicherheit bis zur Netzwerkpflege.
Patrick Schuster, Consultant bei NewVision, betont: „Die Art des Offboardings prägt maßgeblich die spätere Reputation des Arbeitgebers." Während das Onboarding den Start definiere, entscheide das Offboarding über die bleibende Erinnerung und die Sicherheit der Unternehmenswerte.
Die Dringlichkeit ist enorm: Rund 80 Prozent der kleinen Unternehmen haben keine formellen Cybersicherheitsrichtlinien. Experten fordern klare Zugriffsregeln und Incident-Response-Pläne. Neysa Lopez von FTI Services erklärt: „Schriftlich fixierte Sicherheitserwartungen transformieren vage Annahmen in wiederholbare und sichere Entscheidungsprozesse."
Ein professionelles Trennungsmanagement beginnt bereits bei der rechtssicheren Gestaltung der Vertragsbeendigung, um spätere Streitigkeiten zu vermeiden. Dieser kostenlose Ratgeber liefert Ihnen fertige Musterformulierungen für Aufhebungsverträge und hilft Ihnen, teure Fehler beim Austrittsprozess zu umgehen. Rechtssichere Musterformulierungen für Aufhebungsverträge kostenlos herunterladen
Seit dem 11. Juni 2026 wirkt zudem die EU-Cyberresilienz-Verordnung (CRA) schrittweise. Unternehmen müssen die Konformität ihrer Prozesse nachweisen – inklusive der Verwaltung von Identitäten und Zugriffsberechtigungen.
Wirtschaftliche Folgen ineffizienter Personalprozesse
Neben Sicherheitsaspekten belasten schlechte Personalprozesse die Bilanzen. In Deutschland liegt die Frühfluktuationsrate branchenübergreifend bei rund 30 Prozent. Eine Fehlbesetzung kostet das 1,5- bis 2-fache eines Jahresgehalts.
Systematisches Offboarding und die Analyse von Austrittsgründen gelten als Hebel für bessere Einstellungen. Hauptursachen für hohe Fluktuation: unstrukturiertes Onboarding und falsche Erwartungen im Bewerbungsprozess. Ab einer Rate von 15 Prozent sehen Fachleute dringenden Handlungsbedarf. KI-basierte Lösungen sollen bereits vor der Einstellung Persönlichkeitsmerkmale und Risikofaktoren messen.
Professionelles Austrittsmanagement für Führungskräfte
Besondere Aufmerksamkeit braucht das Ausscheiden von Führungskräften. 2025 stieg die Zahl arbeitslos gemeldeter Führungskräfte um 14 Prozent auf durchschnittlich 49.000 Personen. Nils Schmidt vom DFK-Vorstand berichtet von einer Rekordzahl an Beratungsfällen.
Um eine hohe Fluktuation und die damit verbundenen Kosten bereits beim Start eines neuen Arbeitsverhältnisses zu verhindern, ist ein strukturierter Onboarding-Prozess unerlässlich. Nutzen Sie diese bewährte Checkliste, um neue Mitarbeiter vom ersten Tag an professionell zu integrieren und langfristig an Ihr Unternehmen zu binden. Kostenlose Onboarding-Checkliste für Führungskräfte sichern
Experten raten zu einer sachlichen Herangehensweise ohne emotionale Eskalation. Bei Abfindungsverhandlungen gilt ein Bruttomonatsgehalt pro Beschäftigungsjahr als üblicher Richtwert. Eine strategische Planung des Neuanfangs und eine fundierte rechtliche Prüfung der Austrittsvereinbarungen sind essenziell.
Auch steuerliche Gestaltung spielt eine Rolle. Eine optimierte Holdingstruktur kann die Steuerlast bei einem Firmenverkauf senken – vorausgesetzt, die Struktur steht bereits Jahre vor dem Exit.
