Lies: VW hat Kulturwandel nach Dieselskandal vollzogen
16.09.2025 - 05:00:45Rund zehn Jahre nach dem Auffliegen des Dieselskandals sieht Niedersachsens MinisterprÀsident Olaf Lies einen deutlichen Kulturwandel bei Volkswagen. «Dort wird heute deutlich sensibler mit Verantwortung und Vertrauen umgegangen», sagte der SPD-Politiker, der dem VW-Aufsichtsrat damals wie heute angehört, der Deutschen Presse-Agentur.
Eines gelte jedoch nach wie vor: «GröĂe und Selbstbewusstsein bergen weiterhin das Risiko, zu spĂ€t auf externe Warnsignale zu reagieren.» VerĂ€nderung sei daher ein dauerhafter Prozess, «und nicht nur ein einmaliger Schritt», betonte Lies. Die VorgĂ€nge selbst seien zwar weitgehend abgeschlossen. «Unbefriedigend bleibt, dass wir vermutlich nie genau erfahren werden, wer zu welchem Zeitpunkt was gewusst hat und ob dem Ganzen frĂŒher hĂ€tte Einhalt geboten werden können», sagte er.
Nachwirkungen der AffÀre
Eine gewisse Hypothek bleibe fĂŒr Volkswagen. Zugleich habe der Konzern «das Beste daraus gemacht», indem er seine Strukturen verbessert habe und sich seiner Verantwortung fĂŒr Mensch und Umwelt stĂ€rker bewusst sei. FĂŒr Niedersachsen sei die AffĂ€re einerseits eine Belastung gewesen, andererseits aber auch ein AnstoĂ, die Transformation entschiedener voranzutreiben.
Politik und E-MobilitÀt
Auch fĂŒr das VerhĂ€ltnis zwischen Politik und Konzern sieht Lies VerĂ€nderungen. Er habe den Eindruck, dass die Politiker im VW-Aufsichtsrat dem Konzern heute selbstbewusster gegenĂŒbertreten als ihre VorgĂ€nger â und er begrĂŒĂe das ausdrĂŒcklich. Die Zusammenarbeit bleibe eng, aber durchaus kritischer als vor dem Skandal.
Eine spĂŒrbare Folge sei zudem die frĂŒhere Weichenstellung in Richtung ElektromobilitĂ€t. Lies sagte, der Dieselskandal habe immerhin eine positive Folge gehabt: Volkswagen habe den Wechsel zur E-MobilitĂ€t frĂŒher eingeleitet, «als das sonst passiert wĂ€re». Das habe einen positiven VerĂ€nderungsdruck gebracht. «Die Wirkung solcher Faktoren auf VerĂ€nderungsprozesse gerade in so groĂen Systemen sollte man nicht unterschĂ€tzen.»





