Operation Endgame: 27 Millionen Zugangsdaten sichergestellt
27.06.2026 - 19:36:41 | boerse-global.de
Angesichts der bevorstehenden Sommerreisezeit warnte die Behörde am Donnerstag vor einer beispiellosen Bedrohungslage: Weltweit existieren rund 24 Milliarden gestohlene DatensÀtze. Besonders perfide: Die Angreifer setzen nicht mehr nur auf klassische Phishing-Mails, sondern auf immer neue Tricks.
Quishing-Welle rollt durch Deutschland
Eine aktuelle Betrugsmasche sorgt bei Ermittlern fĂŒr Aufsehen. Seit heute Morgen melden mehrere BankhĂ€user zehntausende gefĂ€lschte Briefe im Umlauf. Die Schreiben sehen tĂ€uschend echt aus â enthalten aber QR-Codes, die auf prĂ€parierte Webseiten fĂŒhren. Das Ziel: Online-Banking-Zugangsdaten abgreifen.
Experten nennen diese Masche âQuishingâ. Der Rat der Sicherheitsbehörden ist eindeutig: QR-Codes aus unbekannten Quellen niemals scannen. Im Zweifel direkt die Bank kontaktieren.
Ermittlungen gegen Signal-Kampagne
Noch brisanter: Der Generalbundesanwalt ermittelt bereits seit Februar 2026 wegen einer groĂangelegten Phishing-Kampagne auf dem Messenger-Dienst Signal. Unter den Betroffenen? BundestagsprĂ€sidentin Klöckner. Der Fall zeigt: Nicht nur Privatpersonen sind im Visier â auch hochrangige Politiker werden gezielt angegriffen.
Falsche Bankmitarbeiter und Schockanrufe
Die BetrĂŒger werden immer dreister. In NeumĂŒnster-Ruthenberg gaben sich TĂ€ter am Donnerstag als Bankmitarbeiter aus. Durch geschickte GesprĂ€chsfĂŒhrung erbeuteten sie Bankkarten â Schaden: mittlerer vierstelliger Bereich. Ăhnliche FĂ€lle aus Ebreichsdorf: Eine Frau ĂŒberwies Mitte Juni nach einem vorgetĂ€uschten Konto-Hack Geld auf eine fremde IBAN.
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Die Justiz zeigt HĂ€rte. Ein Gericht verurteilte gestern einen falschen Bankmitarbeiter zu fĂŒnf Jahren und sechs Monaten Haft. Der Mann hatte im Kreis Ludwigsburg die Karten von 18 Opfern erbeutet.
Besonders perfide: die Masche der âSchockanrufeâ. Eine Frau in Essen verlor am Donnerstag einen mittleren fĂŒnfstelligen Betrag. Die TĂ€ter suggerierten ihr, ein Angehöriger habe einen tödlichen Unfall verursacht und brauche dringend Kaution.
âOperation Endgameâ: 27 Millionen Zugangsdaten sichergestellt
Doch die Ermittler schlagen zurĂŒck. Zwischen dem 15. und 19. Juni gelang dem Bundeskriminalamt im Rahmen der internationalen âOperation Endgameâ ein Schlag gegen die organisierte CyberkriminalitĂ€t. Gemeinsam mit Partnern aus den USA, den Niederlanden und Microsoft machten sie die Schadsoftware-Varianten SocGholish, StealC und Amadey unschĂ€dlich.
Die Bilanz: Ăber 320 Server und rund 15.000 Webseiten vom Netz genommen. 27 Millionen Zugangsdaten von mehr als 385.000 Opfern sichergestellt. Kryptovermögen im Wert von 47 Millionen US-Dollar identifiziert.
Neue Angriffswerkzeuge: Mirage2FA umgeht Sicherheitsmechanismen
Die Angreifer rĂŒsten technologisch auf. IT-Sicherheitsdienstleister haben ein neues Phishing-Kit namens Mirage2FA identifiziert. Es nutzt HTML-Smuggling und verschleierte JavaScript-Loader, um Sicherheitsmechanismen zu umgehen. Damit erstellen Kriminelle gefĂ€lschte Microsoft-365-Loginseiten â und greifen sogar Daten der Multi-Faktor-Authentifizierung ab.
Die Tarnung: GeschÀftliche VorwÀnde wie dringende Zahlungsanfragen oder Dokumentensichtungen.
Da herkömmliche Passwörter immer hĂ€ufiger durch Phishing-Kits wie Mirage2FA abgegriffen werden, empfehlen Experten den Umstieg auf sicherere Alternativen. Dieser kostenlose Report zeigt Ihnen, wie Sie mit der neuen Passkey-Technologie Ihre Konten bei Amazon, WhatsApp und Microsoft effektiv vor Hackern schĂŒtzen. Sicher und passwortlos: Jetzt Gratis-Report sichern
Krypto-Betrug: 219.000 Euro verloren
Auch der Kryptomarkt bleibt ein Hochrisikofeld. Ein Mann aus Zwickau verlor laut Berichten vom Dienstag rund 219.000 Euro an einen vermeintlichen Anlageberater. In Kahla entwendeten BetrĂŒger KryptowĂ€hrungen im Wert von 30.000 Euro â per gefĂ€lschter E-Mail einer Handelsplattform, die zur Installation einer betrĂŒgerischen Wallet-App fĂŒhrte.
Die Botschaft der Sicherheitsbehörden: Seriöse Anbieter fordern niemals zur Ăbertragung von Vermögen auf neue, unbekannte Wallets auf.
SchutzmaĂnahmen: Das rĂ€t das BSI
Das BSI empfiehlt die konsequente Nutzung von Zwei-Faktor-Authentifizierung, den Einsatz von VPN-Diensten in öffentlichen Netzwerken und Ă€uĂerste Skepsis gegenĂŒber unaufgeforderten Kontaktaufnahmen â egal ob per Brief, Telefon oder Messenger.
