Orientierungsmarke, KassenbeitrÀge

Orientierungsmarke fĂŒr KassenbeitrĂ€ge 2027 stabil

Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 10:55 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Das Bundesgesundheitsministerium hat die Orientierungsmarke fĂŒr die KrankenkassenbeitrĂ€ge im nĂ€chsten Jahr bekannt gemacht, die insgesamt ein stabiles Niveau vorsieht.

Der durchschnittliche Zusatzbeitrag wurde auf 2,9 Prozent festgelegt, wie das Ministerium in Berlin mitteilte. Es folgte damit dem Ergebnis eines SchĂ€tzerkreises, der fĂŒr 2027 einen deutlich langsameren Anstieg der Ausgaben als in diesem Jahr erwartet. Hintergrund ist ein Sparpaket der schwarz-roten Koalition. Über den konkreten Zusatzbeitrag fĂŒr ihre Versicherten entscheiden die Kassen nun aber erst noch jeweils selbst.

Minister Carsten Linnemann (CDU) sagte, der immer weitere Anstieg des durchschnittlichen Zusatzbeitrags in den vergangenen Jahren sei gestoppt. "Davon profitieren die Versicherten genauso wie ihre Arbeitgeber." Klar sei aber, dass dies nur ein erster Schritt sein könne. "Wir mĂŒssen strukturelle Probleme der gesetzlichen Krankenversicherung angehen." DafĂŒr werde eine eingesetzte Kommission noch in diesem Jahr weitere VorschlĂ€ge vorlegen.

Die Kassen entscheiden jetzt fĂŒr sich

Der Zusatzbeitrag ist das variable Element, mit dem eine Kasse teurer werden kann oder nicht. Zum Gesamtbeitrag, den sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer teilen, gehört daneben der allgemeine Satz von einheitlich 14,6 Prozent des Bruttolohns. Die nun fĂŒr 2027 festgelegte Orientierungsmarke von 2,9 Prozent entspricht der amtlichen Marke fĂŒr 2026. Jedoch liegt das tatsĂ€chliche Niveau der ZusatzbeitrĂ€ge nach Kassendaten lĂ€ngst höher, nĂ€mlich im Schnitt bei 3,1 Prozent - die Spanne unter den 93 Kassen reicht von 2,18 bis 4,39 Prozent.

Die Politik kann mit dem Sparpaket bis zu einem gewissen Ausmaß steuern, dass die Einnahmen insgesamt gesehen die Ausgaben decken. Dies ist aber nur ein Teil in den Kalkulationen fĂŒr die ZusatzbeitrĂ€ge. Mehrere Kassen mĂŒssen weiterhin auch Reserven auf vorgeschriebene Mindestniveaus auffĂŒllen - und Aufwendungen dafĂŒr bezieht der SchĂ€tzerkreis in seine Prognose nicht ein. Auf was sich die 58,6 Millionen beitragszahlenden Kassenmitglieder zum 1. Januar 2027 genau einstellen können, lĂ€sst sich also nicht pauschal fĂŒr alle sagen.

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