Ottobock und Würth: SUITX-Exoskelette kommen bis Ende 2026 in 100 Filialen
Veröffentlicht am: 11.10.2026 um 03:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Ausstattung gewerblicher Arbeitsplätze mit ergonomischen Assistenzsystemen gewinnt in Handwerk und Industrie zunehmend an Bedeutung. Um Exoskelette breiter in der betrieblichen Praxis zu verankern, setzt der Medizintechnikhersteller Ottobock auf die Kooperation mit dem Handelskonzern Würth.
Im Rahmen dieser Zusammenarbeit werden die SUITX-Exoskelette des Unternehmens über das Filialnetz von Würth vertrieben, um Handwerksbetrieben und Industrieunternehmen den direkten Zugang zu den Systemen zu ermöglichen.
Geplante Expansion im stationären Niederlassungsnetz
Der Vertrieb über Würth folgt einem strukturierten Rollout-Plan. In Deutschland sieht das Konzept vor, die SUITX-Exoskelette bis Ende 2026 in über 100 Niederlassungen des Handelsspezialisten anzubieten. Neben dem deutschen Markt wird der Vertrieb parallel auf europäischer Ebene ausgebaut. Für Frankreich ist der Ausbau auf 240 Standorte bis März 2027 vorgesehen.
Ziel dieser Vertriebsstrategie ist es, die ergonomischen Hilfsmittel unmittelbar dort verfügbar zu machen, wo Fachkräfte und Betriebe Werkzeuge und Montagematerial beschaffen. Durch die Präsenz im stationären Fachhandel können potenzielle Anwender die Entlastungssysteme vor Ort begutachten und testen, bevor eine Anschaffung für den betrieblichen Arbeitsschutz erfolgt.
Ergonomie und Prävention an gewerblichen Arbeitsplätzen
Der verstärkte Fokus auf Exoskelette zielt auf die Reduzierung körperlicher Belastungen bei manuellen Tätigkeiten ab. Systeme wie die SUITX-Reihe sind dafür konzipiert, Muskeln und Gelenke bei Überkopfarbeiten oder beim Heben schwerer Lasten mechanisch zu unterstützen.
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Dass der Markt für Mobilitäts- und Entlastungssysteme an Relevanz gewinnt, spiegelt sich auch auf Fachmessen wider. So widmete die REHACARE International 2026, die vom 23. bis 26. September 2026 mit knapp 1.000 Ausstellern aus 43 Ländern stattfand, dem Thema eine eigene Plattform und präsentierte mit dem sogenannten EXO PARK ein Areal für Exoskelette und Mobilitätslösungen.
Dynamik und Herausforderungen im Markt für Exoskelette
Während etablierte Industrie- und Medizintechnikhersteller ihre Präsenz im Groß- und Fachhandel vertiefen, zeigt sich im Marktumfeld eine unterschiedliche Dynamik. Der Wettbewerber German Bionic Systems GmbH musste seine Mitarbeiterzahl von rund 70 auf rund 40 reduzieren, wobei insbesondere Stellen in der Assistenz und im Vertrieb abgebaut wurden.
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Ende September beantragte Insolvenzverwalter Oliver Schartl bei den Gläubigern eine Herabsetzung der Earn-Out-Struktur und der Re-Sale-Participation. Das Verfahren läuft weiter, wobei ein zeitnaher Abschluss derzeit nicht absehbar ist und verlässliche Aussagen zu Quoten nicht vorliegen.
Die Entwicklung verdeutlicht, dass neben der technologischen Reife vor allem funktionierende Vertriebswege und eine direkte Anbindung an die Anwender über bestehende Vertriebsstrukturen von zentraler Bedeutung für die wirtschaftliche Tragfähigkeit von Exoskelett-Lösungen sind.

