Paketbranche: DHL senkt Maximalgewicht von 31,5 auf 23 Kilogramm
Veröffentlicht am: 25.08.2026 um 03:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die gesundheitliche Belastung von Beschäftigten in der Paket- und Postbranche rückt angesichts steigender Fehlzeiten verstärkt in den Fokus von Krankenversicherungen und Logistikunternehmen.
Aktuelle Daten der AOK Rheinland/Hamburg belegen eine deutliche Zunahme krankheitsbedingter Ausfälle durch Muskel-Skelett-Erkrankungen (MSE) innerhalb der Branche. Vor diesem Hintergrund hat der Logistikkonzern DHL ein spezielles Präventionsprogramm initiiert, das die physische Belastung der Zustellkräfte reduzieren soll.
Hohe Fehlzeiten durch körperliche Belastung
Nach Erkenntnissen der AOK Rheinland/Hamburg stellen Erkrankungen des Halte- und Bewegungsapparates ein zentrales gesundheitliches Risiko für die Beschäftigten im Postsektor dar.
Den Erhebungen der Krankenkasse zufolge fehlen Zusteller im Durchschnitt 8,3 Tage pro Jahr aufgrund von Muskel-Skelett-Erkrankungen. Diese Zahlen unterstreichen die physischen Anforderungen des Berufsfeldes, das durch das regelmäßige Heben und Tragen von Lasten sowie repetitive Bewegungsabläufe geprägt ist.
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Die Zunahme dieser spezifischen Ausfalltage belastet nicht nur das Gesundheitssystem, sondern stellt die Logistikunternehmen auch vor operative Herausforderungen bei der Personalplanung. Die Datenlage verdeutlicht, dass präventive Maßnahmen notwendig sind, um die langfristige Arbeitsfähigkeit der Belegschaft in einem wachsenden Paketmarkt zu sichern.
Pilotprojekt und Coaching in Düsseldorf
Als Reaktion auf die gesundheitlichen Belastungen hat DHL ein Präventionsprogramm an Standorten in Düsseldorf gestartet. Im Zentrum der Initiative steht ein spezielles Coaching für die Zustellkräfte. Unter dem Leitgedanken, dass man das Paket respektieren müsse, werden die Mitarbeiter für ergonomische Arbeitsweisen sensibilisiert. Ziel ist es, Techniken zu vermitteln, mit denen auch schwere Sendungen rückenschonend bewegt werden können.
Die Notwendigkeit solcher Maßnahmen wird durch die täglichen Sendungsvolumina verdeutlicht. An den Stützpunkten in Düsseldorf werden arbeitstäglich bis zu 5.000 Pakete umgeschlagen. Bisher liegt das Maximalgewicht für einzelne Sendungen bei 31,5 Kilogramm. Die Kombination aus hoher Frequenz und dem Gewicht der Pakete erfordert eine präzise Ausführung der Bewegungsabläufe, um chronische Schäden an der Wirbelsäule und den Gelenken zu vermeiden.
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Ausweitung der Maßnahmen und Reduzierung des Maximalgewichts
Das in Düsseldorf erprobte Konzept soll keine lokale Einzelmaßnahme bleiben. DHL plant, das Projekt auf insgesamt 150 Standorte auszuweiten, um eine breitere Wirkung in der Fläche zu erzielen. Durch die Dezentralisierung des Coachings sollen die ergonomischen Standards im gesamten Unternehmen vereinheitlicht und die Fehlzeiten bundesweit gesenkt werden.
Parallel zu den Schulungsprogrammen verfolgt das Unternehmen auch strukturelle Veränderungen bei der Paketlogistik. Ein wesentlicher Hebel zur Entlastung der Zusteller ist die geplante Anpassung der Gewichtsgrenzen. DHL strebt an, das Maximalgewicht für Pakete von derzeit 31,5 Kilogramm auf künftig 23 Kilogramm zu reduzieren.
Diese Senkung der Lastgrenze wird in Branchenkreisen als entscheidender Schritt gewertet, um die physische Belastungsgrenze der Mitarbeiter dauerhaft zu unterschreiten und das Risiko für Muskel-Skelett-Erkrankungen nachhaltig zu minimieren.
