PDV VIS-Suite: Bei 760 Institutionen und 250.000 Arbeitsplätzen im Einsatz
Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 23:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Anbieter von Dokumentenmanagement-Systemen reagieren auf eine verschärfte Bedrohungslage durch Cyberangriffe, um die Sicherheit und die regulatorische Konformität bei der digitalen Belegverwaltung in Unternehmen zu gewährleisten.
Da geschäftskritische Unterlagen, Buchhaltungsdaten und vertrauliche Dokumente zunehmend ins Visier digitaler Angreifer geraten, rücken technische Nachweise, erweiterte Schutzmechanismen und rechtssichere Archivierungsstrukturen in den Mittelpunkt der Softwareentwicklung.
Prüfstandards und Cloud-Infrastruktur für steuerliche Vorgaben
Revisionssichere Archivierung bildet für Unternehmen die Grundlage, um steuerliche und gesetzliche Aufbewahrungspflichten zu erfüllen. Die nextevolution GmbH erhielt für ihr Cloud Native Archive nach einer Prüfung die Softwarebescheinigung nach dem Prüfungsstandard IDW PS 880. Im Rahmen des Prüfverfahrens wurden unter Berücksichtigung der Vorgaben der Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff (GoBD) und geltender Löschpflichten die Angemessenheit der Programmfunktionen sowie eine unveränderbare, vollständige und nachvollziehbare Archivierung bestätigt. Zudem wurde der Softwareentwicklungsprozess auditiert.
Das Archivsystem des Anbieters ist für den Einsatz in Cloud-Umgebungen, auf lokaler Infrastruktur sowie in hybriden Modellen ausgelegt. Es ermöglicht den verschlüsselten Betrieb in Objektspeichern von Amazon Web Services, Microsoft Azure und Google sowie in europäischen souveränen Clouds. Eine anpassbare Migrationsstrecke soll sicherstellen, dass Vollständigkeit und Unveränderbarkeit auch bei einem Wechsel des Gesamtsystems erhalten bleiben.
Künstliche Intelligenz und Datensicherheit in Unternehmensarchiven
Parallel zur Absicherung klassischer Speicherstrukturen gewinnt der Einsatz automatisierter Analysewerkzeuge an Bedeutung. DocuWare stellte eine Plattform mit überarbeiteter Benutzeroberfläche für Web und Mobilgeräte vor. Diese integriert den KI-Assistenten Aura, der Archive durchsucht, Dokumente zusammenfasst und dabei bestehende Zugriffsrechte berücksichtigt.
Eine integrierte intelligente Dokumentenverarbeitung bietet Extraktionen ohne vorheriges Anlernen sowie einen Stammdatenabgleich in fast 20 Sprachen. Für Neukunden der Cloud-Lösung ist die Plattform ab sofort verfügbar, während Bestandskunden sie ab Mitte Oktober 2026 mit der Version 7.15 erhalten sollen.
Die Bereitstellung für lokale Installationen folgt zu einem späteren Zeitpunkt, wobei das bestehende und das neue System während einer Übergangsphase parallel betrieben werden.
Da immer mehr Unternehmen KI-Assistenten in ihre Prozesse integrieren, stellt sich die Frage nach den rechtlichen Rahmenbedingungen und Pflichten. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden bietet einen kompakten Überblick über Risikoklassen und Fristen der neuen EU-Verordnung. EU AI Act in 5 Schritten verstehen
Mit dem Vormarsch intelligenter Systeme steigen zugleich die Sicherheitsanforderungen. Laut dem Bericht „AI and Human Risk Landscape 2026“ des Sicherheitsanbieters Proofpoint haben 87 % der befragten Unternehmen KI-Assistenten über die anfängliche Pilotphase hinaus ausgeweitet.
Gleichzeitig bezweifeln 52 % der Befragten, dass bestehende Sicherheitskontrollen eine Kompromittierung dieser Systeme verlässlich erkennen können. Vor diesem Hintergrund stellte Proofpoint eine Sicherheitslösung für KI-Agenten und Datenzugriffe vor.
Spezifische Agenten zur Erkennung, Untersuchung und Behebung von Risiken sollen Maßnahmen vorschlagen, während die abschließende Umsetzung unter menschlicher Kontrolle verbleibt. Funktionen für semantische Geschäftsrichtlinien und Einblicke in Agentenaktivitäten sollen voraussichtlich bis Ende 2026 bereitgestellt werden.
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Akute Bedrohungslage erfordert präventive Maßnahmen
Dass Sicherheitsrisiken im Bereich des digitalen Datenaustauschs unmittelbare Reaktionen erzwingen können, zeigte das Vorgehen des Anbieters Kiteworks. Das Unternehmen forderte seine Kunden nach dem Eingang glaubwürdiger Bedrohungsinformationen deutscher Geheimdienste auf, ihre Systeme am Wochenende für ein Zeitfenster von neun Stunden abzuschalten.
Nach Angaben des Unternehmens handelte es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme; eine tatsächliche Kompromittierung sei bislang nicht nachgewiesen worden.
Zur Behebung aller bekannten Sicherheitslücken empfahl der Hersteller die Installation der Version 9.5.1. Die Warnung bezog sich auf Kiteworks-Systeme, nicht auf genannte Tochtergesellschaften. Angaben zur konkreten Behörde oder mutmaßlichen Angreifern wurden nicht gemacht.
Auch im öffentlichen Sektor bleibt die Nachfrage nach zertifizierten und sicheren Systemen hoch. Am 24. September 2026 zeichneten Leser der Fachzeitschrift eGovernment Anbieter im Bereich der elektronischen Aktenführung und Dokumentenverwaltung aus: Die regisafe GmbH erhielt in dieser Kategorie Platin, während Gold an die PDV GmbH für ihre VIS-Suite ging.
Die Systeme der PDV GmbH, die seit 36 Jahren auf die Verwaltungsausstattung spezialisiert ist, befinden sich bei mehr als 760 Institutionen auf über 250.000 Arbeitsplätzen im Einsatz. Die Software ermöglicht den Betrieb auf eigener Infrastruktur, containerisiert oder als cloudbasierter Dienst und integriert Werkzeuge zur Prozessautomatisierung sowie Komponenten generativer künstlicher Intelligenz.
