China antwortet Trump mit Gegenzöllen
04.02.2025 - 08:27:06(neu: mehr Details und Hintergrund)
PEKING (dpa-AFX) - Als Antwort auf die von US-PrĂ€sident Donald Trump angeordneten Zölle auf Einfuhren aus China hat die Volksrepublik mit Gegenzöllen und MaĂnahmen gegen amerikanische Unternehmen reagiert. Wie das Finanzministerium in Peking mitteilte, sollen Zusatzzölle in Höhe von 15 Prozent auf Kohle und verflĂŒssigtes Erdgas aus den USA erhoben werden. FĂŒr Ăl, landwirtschaftliche Maschinen und bestimmte andere Fahrzeuge soll demnach ein Zusatzzoll von zehn Prozent gelten.
Die Zölle sollen am 10. Februar in Kraft treten. Zudem kĂŒndigte Peking eine kartellrechtliche Untersuchung gegen den US-Technologieriesen Google US02079K1079 an. Das US-Biotechnologieunternehmen Illumina sowie den Bekleidungskonzern PVH Corp, dem etwa die Marke Calvin Klein gehört, setzte China auf seine Liste unzuverlĂ€ssiger EntitĂ€ten.
Damit drohen den Firmen Strafen und EinschrĂ€nkungen. Auch verkĂŒndete Peking zusĂ€tzliche ExportbeschrĂ€nkungen bei einigen sogenannten kritischen Metallen, die etwa fĂŒr die US-High-Tech-Industrie wichtig sind.
Peking demonstriert Wehrhaftigkeit
Die USA untergraben "die Grundlage der Wirtschafts- und Handelskooperation zwischen China und den Vereinigten Staaten und stören die StabilitÀt der globalen Industrie- und Lieferketten", wie das Pekinger Handelsministerium mitteilte.
Beobachter sahen in der chinesischen Gegenreaktion eine zunĂ€chst maĂvolle Antwort, mit der Wehrhaftigkeit demonstriert, aber zugleich Verhandlungsbereitschaft signalisiert werde. So importiert China ohnehin nur geringe Mengen Rohöl und Kohle aus den USA. Google ist wegen der Internetzensur in China kaum im Land aktiv.
Die von Trump angeordneten Zusatzzölle in Höhe von zehn Prozent gelten dagegen fĂŒr alle Waren, die aus China eingefĂŒhrt werden.
Keine Pause wie bei Kanada und Mexiko
Kurz zuvor war am Dienstag die Frist fĂŒr eine Abwendung neuer US-Zölle gegen China abgelaufen. Das WeiĂe Haus hatte am Samstag mitgeteilt, dass die Zölle in Höhe von zusĂ€tzlich zehn Prozent auf chinesische Einfuhren am 4. Februar um kurz nach Mitternacht Washingtoner Zeit (etwa 6 Uhr deutscher Zeit) wirksam werden wĂŒrden.
Im Gegensatz zu Mexiko und Kanada, die mit US-PrĂ€sident Donald Trump kurz vor Inkrafttreten von Zöllen eine Vereinbarung trafen, um die EinfĂŒhrung vorerst fĂŒr 30 Tage auszusetzen, gab es zunĂ€chst keine derartige Einigung mit China.
Trump kĂŒndigt GesprĂ€che mit Peking an
Trump erklĂ€rte jedoch am Montag, dass man mit der chinesischen Seite "wahrscheinlich in den nĂ€chsten 24 Stunden" sprechen werde. Die Zoll-PlĂ€ne gegen China, Mexiko und Kanada hatte er im Vorfeld damit begrĂŒndet, dass diese LĂ€nder nicht genug gegen die Herstellung und den Export von illegalem Fentanyl und dessen VorlĂ€uferchemikalien unternehmen wĂŒrden.
Das chinesische Handelsministerium hatte am Wochenende in einer ersten Reaktion auf die angekĂŒndigten US-Zölle "GegenmaĂnahmen" und eine Klage bei der Welthandelsorganisation (WTO) angekĂŒndigt.
Chinesische Wirtschaft unter Druck
Die beiden gröĂten Volkswirtschaften drohen auf einen neuen Handelskrieg wie 2018 zuzusteuern, als Trump in seiner ersten Amtszeit ebenfalls mit der VerhĂ€ngung von Zöllen einen Konflikt auslöste. Damals setzte sich ein Prozess in Gang, bei dem sich China und die USA ĂŒber gut zwei Jahre hinweg mit immer weiteren Zöllen ĂŒberzogen.
Die höheren US-Zölle belasten Chinas Exportwirtschaft, da sie chinesische Waren auf dem US-Markt teurer und damit weniger wettbewerbsfÀhig machen.

