Entspannung im Zollstreit? China und USA optimistisch
12.05.2025 - 04:46:38Bei ihren ZollgesprĂ€chen haben China und die USA nach Angaben der chinesischen Delegation eine «Reihe wichtiger Ăbereinstimmungen» erreicht. Zudem hĂ€tten sich die beiden Seiten geeinigt, einen Mechanismus fĂŒr Beratungen zu Wirtschaft und Handel einzurichten, sagte Vize-MinisterprĂ€sident He Lifeng nach Angaben chinesischer Staatsmedien. Details wĂŒrden so bald wie möglich ausgearbeitet.Â
FĂŒr diesen Montag kĂŒndigten China und die USA eine gemeinsame ErklĂ€rung an. He bezeichnete die GesprĂ€che am Wochenende in der Schweiz als «offen und konstruktiv». Das Treffen in Genf sei ein wichtiger Schritt gewesen, um die Meinungsverschiedenheiten durch Dialog zu lösen und habe die Grundlage zur Vertiefung der Zusammenarbeit gelegt.Â
China sei bereit, «den Kuchen der Zusammenarbeit zu vergröĂern» und die Handelsbeziehungen mit den USA fĂŒr eine neue Entwicklung voranzutreiben, um der Weltwirtschaft mehr StabilitĂ€t zu bringen, sagte He.Â
Auch USA sprechen von Einigung
Nach US-Angaben hatten sich die beiden Seiten im Zollstreit geeinigt - und damit einen möglichen Durchbruch im festgefahrenen Handelskonflikt erzielt. Auch aus Washington gab es zunĂ€chst keine Details. An den GesprĂ€chen nahmen unter anderem US-Finanzminister Scott Bessent und der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer teil.Â
Das WeiĂe Haus veröffentlichte eine Mitteilung, die mit «USA kĂŒndigen China-Handelsabkommen in Genf an» ĂŒberschrieben war. Konkreter wurde die Mitteilung aber nicht. Greer sprach nach Abschluss der GesprĂ€che in Genf von einem «Deal», Bessent von «substanziellen Fortschritten».Â
Verhaltene Reaktionen der Börsen
Die FinanzmĂ€rkte in Asien reagierten zum Handelsstart verhalten positiv auf die AnkĂŒndigungen aus Genf. Der Hang-Seng-Index in der chinesischen Sonderverwaltungsregion Hongkong lag zu Beginn rund 1,4 Prozent im Plus.Â
Der CSI-300-Index, der die wichtigsten chinesischen Festlandaktien abbildet, öffnete lediglich etwa 0,5 Prozent im Plus. Der Nikkei-Index in Japan und der Leitindex KOSPI an der Börse in SĂŒdkorea starteten nur mit leichten Zugewinnen in den Handelstag.Â
VerhĂ€ltnis Ă€uĂerst angespannt
Der Handel zwischen den USA und China ist durch die hohen Zölle kaum noch rentabel und damit nahezu zum Erliegen gekommen. Die Beziehungen der beiden gröĂten Volkswirtschaften der Welt erreichten seit der Eskalation im Handelskonflikt im April einen weiteren Tiefpunkt. US-PrĂ€sident Donald Trump verhĂ€ngte 145 Prozent Zölle auf Waren aus China. Peking beschloss Gegenzölle in Höhe von 125 Prozent auf US-Waren.Â
Beide LĂ€nder versuchten bislang den Eindruck zu erwecken, dass sie am jeweils lĂ€ngeren Hebel sitzen und nicht den ersten Schritt machen mĂŒssen, um auf die andere Seite zuzugehen. Die GesprĂ€che in Genf sollten nun eine Wende einleiten. Man habe schnell Gemeinsamkeiten festgestellt, was nahelege, dass die Differenzen nicht so groĂ waren wie gedacht, sagte Greer nach Abschluss der GesprĂ€che.Â
Chinesen betonen Wichtigkeit der WTO
Wie das chinesische Staatsfernsehen weiter berichtete, traf Vize-MinisterprĂ€sident He, der zur Besprechung von Wirtschafts- und Handelsfragen in die Schweiz gereist war, auĂerdem die Generaldirektorin der in Genf ansĂ€ssigen Welthandelsorganisation (WTO), Ngozi Okonjo-Iweala.Â
Der Chinese sprach mit der Nigerianerin ĂŒber die zurĂŒckliegenden Zoll-Verhandlungen mit den USA. Alle Seiten sollten Streitigkeiten ĂŒber Dialog im Rahmen der WTO lösen, sagte He den Angaben zufolge. China werde sich weiter an der Reform der WTO beteiligen.







