Personalakten, Verpflichtung

Personalakten digital: Neue Verpflichtung für Unternehmen ab 2026

Veröffentlicht am: 14.08.2026 um 08:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Therme Erding automatisiert HR-Prozesse für 1.100 Mitarbeiter mit Factorial Core und spart durch KI-Planung monatlich einen Arbeitstag pro Führungskraft.

Therme Erding digitalisiert Personalwesen mit Factorial Core
Eine Führungskraft arbeitet an einem Laptop in einem modernen Büro mit Blick auf eine weitläufige Thermenlandschaft. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Therme Erding hat ihre Personalverwaltung umfassend digitalisiert und setzt zur Steuerung ihrer rund 1.100 Mitarbeiter auf die Plattform Factorial Core. Das Projekt, dessen Rollout im August 2025 begann und das seit Oktober 2025 im Live-Betrieb ist, umfasst die Automatisierung zentraler HR-Prozesse in insgesamt 40 verschiedenen Berufsfeldern.

Angesichts von jährlich etwa 1,9 Millionen Gästen zielt die Maßnahme darauf ab, die Effizienz in der Verwaltung und im operativen Betrieb signifikant zu steigern.

Automatisierung entlastet Führungskräfte in der operativen Planung

Ein Schwerpunkt der digitalen Transformation in der Therme Erding liegt auf der Automatisierung der Onboarding- und Offboarding-Prozesse. Besonders für die rund 750 operativen Mitarbeiter wurde zudem eine digitale Schichtplanung eingeführt. Durch den Einsatz KI-gestützter Systeme bei der Dienstplangestaltung konnte eine Zeitersparnis von einem Arbeitstag pro Monat und Führungskraft realisiert werden.

Die Wahl fiel auf den Softwareanbieter Factorial, der im Jahr 2022 den Status eines Einhorns erreichte und bereits von der Deutschen Telekom empfohlen wurde. Das Unternehmen betreut nach eigenen Angaben rund 16.000 Unternehmen in 90 Ländern.

Ein wesentlicher Treiber für die Umstellung sind zudem gesetzliche Rahmenbedingungen: Ab dem Jahr 2026 greifen Vorgaben zur verpflichtenden Führung digitaler Personalakten, auf die sich das Unternehmen mit der neuen Infrastruktur frühzeitig vorbereitet hat.

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Ganzheitliche Onboarding-Konzepte und technologische Standards

Die Optimierung des Personaleinstiegs wird branchenübergreifend durch spezialisierte Softwarelösungen vorangetrieben. So zeigt das Beispiel von PTC-Solutions, wie ein strukturiertes Onboarding für das System Creo die Einarbeitungszeit von Konstrukteuren verkürzen kann. Durch gezielte Trainings in Bereichen wie parametrischem Modellieren und Baugruppenmanagement soll eine schnellere Produktivität erreicht werden.

Auch die Confex Training GmbH setzt auf digitale Instrumente zur Bedarfsanalyse. An zehn deutschen Standorten werden jährlich über 100 Kurse durchgeführt, wobei elektronische Vorab-Fragebögen dazu dienen, die Schulungsinhalte in Bereichen wie Microsoft Office oder KI-Anwendungen präzise auf die Vorkenntnisse der Teilnehmer abzustimmen.

Ergänzend dazu bietet Cintas mit der Plattform HR Workways ein integriertes System an, das Personalwesen, Lohnabrechnung und Zusatzleistungen kombiniert. Laut Diane Jimenez, Chief Digital Officer bei Cintas, ermögliche die Plattform durch ein Manager-Portal und eine integrierte Engine eine Reduzierung manueller Prozesse sowie eine verbesserte Compliance.

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Messbarkeit der Lernkultur und KI-gestützte Bildungssysteme

Im Bereich der Personalentwicklung gewinnen datengestützte Analysen an Bedeutung. Die Plattform Lernitude, die im Oktober 2026 auf der World of Learning Conference in Birmingham vorgestellt werden soll, ermöglicht die Diagnose und das Benchmarking der betrieblichen Lernkultur.

Die Gründerinnen Lindsey Flynn und Becky Newell stellen dabei Werkzeuge wie ROI-Rechner zur Verfügung, die eine mindestens vierfache Rendite von Bildungsmaßnahmen prognostizieren.

Fortschritte bei der Effizienz von Bildungsprogrammen zeigen sich auch in akademischen Umgebungen. Das System LMS LausD berichtet von einer 37-prozentigen Verbesserung bei formativen Bewertungen innerhalb von sechs Monaten durch den Einsatz von adaptivem Lernen und prädiktiven Analysen. Solche Systeme können Studienabbrüche bis zu drei Semester im Voraus erkennen.

Parallel dazu forschen Institutionen wie die University of Arizona Global Campus an KI-gestützten Tools, um die Kreativität und akademische Strenge im Kursdesign zu erhöhen, während internationale Initiativen an digitalen Rahmenwerken für die weltweite Anerkennung von Qualifikationsnachweisen arbeiten.

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