Personalratswahlen 2026: Bayerns Lehrer mobilisieren fĂŒr bessere Arbeitsbedingungen
14.06.2026 - 03:23:27 | boerse-global.de
Mehrere VerbĂ€nde, darunter die Arbeitsgemeinschaft Bayerischer LehrerverbĂ€nde (abl) und die KEG Bayern, rufen frĂŒhzeitig zur Teilnahme an den Personalratswahlen 2026 auf. Die Abstimmung gilt als Weichenstellung fĂŒr Arbeitsbedingungen, Gesundheitsschutz und weniger Belastung im Schulalltag. Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) untermauert den Aufruf mit konkreten Forderungen.
SchulgesundheitsfachkrĂ€fte: Nur 150 fĂŒr ganz Deutschland
Ein zentraler Punkt: die gesundheitliche Betreuung an Schulen. Am 11. Juni stellte die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) einen Expertenbericht vor. Die Forderung: flĂ€chendeckend sogenannte School Nurses an allen deutschen Schulen einsetzen. BLLV-PrĂ€sidentin Simone Fleischmann betonte die Bedeutung dieser FachkrĂ€fte fĂŒr die Bildungsgerechtigkeit.
Anzeige: Sie wollen bei den Personalratswahlen 2026 punkten und echte Verbesserungen fĂŒr Ihr Kollegium durchsetzen? Unser kostenloser Leitfaden liefert Ihnen eine konkrete Checkliste, einen Forderungskatalog und einen Musterantrag fĂŒr mehr SchulgesundheitsfachkrĂ€fte. Jetzt kostenlosen Leitfaden sichern
Die Versorgungslage ist prekÀr. Deutschlandweit sind lediglich 150 SchulgesundheitsfachkrÀfte im Einsatz. Der BLLV verweist auf ein Positionspapier aus dem Jahr 2023, das den Ausbau fordert. Ziel ist eine nachhaltige StÀrkung der Gesundheitsversorgung in Bildungseinrichtungen.
Kritik an BayKiBiG-Reform: Zu viele Kinder, zu wenig Personal
Auch die frĂŒhkindliche Bildung steht im Fokus. Am 11. Juni fand im Bayerischen Landtag eine SachverstĂ€ndigenanhörung zur geplanten Reform des Bayerischen Kinderbildungs- und -betreuungsgesetzes (BayKiBiG) statt. Die Neuregelungen sollen zum 1. Januar 2027 in Kraft treten.
Sarah HeĂe, Leiterin der Fachgruppe Sozial- und Erziehungsdienst beim BLLV, ĂŒbte deutliche Kritik. Der Verband bemĂ€ngelt: Die Reform richte die PersonalschlĂŒssel und Leitungsressourcen nicht konsequent an wissenschaftlichen Erkenntnissen aus. Hauptproblem bleibe die Ăberlastung: Zu viele Kinder, zu wenig pĂ€dagogisches Personal. Der BLLV fordert eine Evaluation der Reform etwa zwei Jahre nach Inkrafttreten.
Bundesjugendspiele: Wettkampf oder individuelle Förderung?
Auch inhaltlich-pĂ€dagogische Fragen sorgen fĂŒr Diskussionen. BLLV-Expertin Antje Radetzky kritisiert Bestrebungen, die Bundesjugendspiele wieder stĂ€rker als normierten Wettkampf zu gestalten. Sie spricht von einem bildungspolitischen RĂŒckschritt. Ein moderner Leistungsbegriff mĂŒsse individuelle Anstrengung und Lernfortschritt wĂŒrdigen â nicht starre Tabellen.
Die herkömmliche Auswertung nach GeburtsjahrgĂ€ngen vernachlĂ€ssige biologische Unterschiede, so Radetzky. Belohnt werde oft der Geburtsmonat, nicht der tatsĂ€chliche FleiĂ.
Schulpflicht unter Beschuss: BLLV wehrt sich
Der Verband positioniert sich auch gegen fundamentale politische Angriffe. BLLV-EhrenprÀsident Albin DannhÀuser bezeichnete in einem Beitrag Anfang Juni PlÀne der AfD zur Abschaffung der allgemeinen Schulpflicht als Angriff auf einen Grundpfeiler der Demokratie.
Anzeige: Die Ăberlastung an Bayerns Schulen ist enorm: zu viele Kinder, zu wenig Personal. Mit dem richtigen Werkzeug können Sie als Personalrat gegensteuern. Unser Musterantrag fĂŒr SchulgesundheitsfachkrĂ€fte hilft Ihnen, die VersorgungslĂŒcke zu schlieĂen â ein erster Schritt zu besseren Arbeitsbedingungen. Musterantrag jetzt anfordern
Ausblick: Wahlen, Proteste, Tarifkonflikte
WĂ€hrend sich die VerbĂ€nde in Bayern auf die Personalratswahlen vorbereiten, zeichnen sich auch in anderen Regionen VerĂ€nderungen ab. In Oberfranken bereitet sich die IHK auf ihr Wahljahr 2027 vor â rund 54.000 Unternehmen können ihre Vertreter wĂ€hlen.
In Hessen ruft die GEW fĂŒr den 20. Juni zu Demonstrationen gegen KĂŒrzungen im Bildungs- und Sozialbereich auf. Parallel verschĂ€rfen sich die Tarifauseinandersetzungen: Im Einzel- und GroĂhandel sowie an mehreren UniversitĂ€tskliniken sind fĂŒr Mitte Juni Warnstreiks angekĂŒndigt. Die Forderung: deutliche Lohnsteigerungen.
