Pfändungsfreigrenzen: Grundbetrag steigt ab Juli auf 1.587,40 Euro
01.07.2026 - 23:42:01 | boerse-global.de
Personalverantwortliche müssen sich auf neue Pfändungsfreigrenzen, strengere Arbeitszeiterfassung und eine mögliche Reform der Minijobs einstellen.
Kostenlose Webinare und neue Schulungsangebote
Die mgp Akademie startet ab dem 1. Juli mit kostenlosen Arbeitsrecht-Webinaren für Arbeitgeber und Führungskräfte. Am 15. Juli stehen zwei Termine auf dem Programm: eine Sitzung zu den fünf kostspieligsten Fehlern im Personalmanagement sowie der „HR-Quick-Check 2026“. Die Akademie verweist auf über 400 positive Bewertungen aus der Praxis.
Ab dem 6. Juli bietet ifmera vertiefende Seminare in Berlin und Hamburg sowie online an. Die Teilnehmerzahlen sind begrenzt. Themen sind Direktionsrecht, Betriebsübergänge und Kündigungsverfahren. Auch die DGFP und die Akademie Herkert haben ihre Programme aktualisiert – von Arbeitsschutz bis zu Toolkits für Start-ups.
BAG-Urteil: Kleine Fehler bei Massenentlassungen verzeihlich
Das Bundesarbeitsgericht (BAG) sorgt für eine moderate Entlastung bei formalen Anforderungen. Im Fall 6 AZR 7/26 vom 25. Juni entschieden die Richter: Geringfügige Abweichungen bei der Anzahl gemeldeter Entlassungen führen nicht automatisch zur Unwirksamkeit der Kündigungen.
Im konkreten Fall wurden 34 Entlassungen angekündigt, tatsächlich erfolgten nur 31 bis 32. Das Gericht sah den Zweck des Anzeigeverfahrens nicht beeinträchtigt.
AGG-Hopping: 75.000-Euro-Klage abgewiesen
Das Arbeitsgericht Düsseldorf befasste sich am 7. Mai mit einem Fall von sogenanntem „AGG-Hopping“. Ein schwerbehinderter Bewerber forderte 75.000 Euro Entschädigung. Die Klage wurde als rechtsmissbräuchlich abgewiesen.
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Das Gericht stellte fest: Der Kläger hatte sich nicht mit dem Ziel einer Anstellung beworben, sondern ausschließlich zur Erlangung einer Entschädigung nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz.
Höhere Pfändungsfreigrenzen ab Juli
Seit dem 1. Juli gelten neue Pfändungsfreigrenzen. Der monatlich unpfändbare Grundbetrag stieg von 1.555,00 Euro auf 1.587,40 Euro. Für Unterhaltsberechtigte erhöht sich der Betrag auf 597,42 Euro. Der maximale Höchstbetrag liegt nun bei 4.866,30 Euro.
Arbeitszeiterfassung: Gesetzesentwurf angekündigt
Das Thema Arbeitszeiterfassung gewinnt weiter an Dynamik. Nach den Grundsatzurteilen des Europäischen Gerichtshofs und des BAG wurde für Juni 2026 ein Gesetzesentwurf angekündigt. Ziel ist die systematische Erfassung von Beginn, Ende und Pausenzeiten – auch für Homeoffice und Vertrauensarbeitszeit.
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Experten weisen zudem auf ein weiteres BAG-Urteil hin: Fahrtzeiten im Außendienst gelten als vergütungspflichtige Arbeitszeit.
Minijobs: Reformpläne sorgen für Diskussionen
Eine Empfehlung der Rentenkommission sorgt derzeit für heftige Debatten. Der Vorschlag sieht vor, den Sonderstatus von Minijobs abzuschaffen und eine verpflichtende Rentenversicherung einzuführen. Ausgenommen wären nur Schüler.
Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) warnt vor steigender Bürokratie und einer möglichen Zunahme von Schwarzarbeit. Besonders betroffen wären der Handel mit rund einer Million und das Gastgewerbe mit über 870.000 betroffenen Stellen.
