PFAS-LöschschÀume, Verbot

PFAS-LöschschÀume: Verbot ab Oktober 2026 zwingt Umstieg

01.06.2026 - 21:31:05 | boerse-global.de

VerschĂ€rfte Vorschriften und neue Technologien prĂ€gen den industriellen Brandschutz. Unternehmen mĂŒssen ihre Sicherheitskonzepte anpassen.

PFAS-LöschschĂ€ume: Verbot ab Oktober 2026 zwingt Umstieg - Bild: ĂŒber boerse-global.de
PFAS-LöschschĂ€ume: Verbot ab Oktober 2026 zwingt Umstieg - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Die Eröffnung der INTERSCHUTZ 2026 in Hannover markiert einen Wendepunkt fĂŒr den industriellen Brandschutz in Deutschland. Neue Technologien, verschĂ€rfte Dokumentationspflichten und aktualisierte DGUV-Vorschriften zwingen Unternehmen zu grundlegenden Anpassungen ihrer Sicherheitskonzepte.

Lithium-Ionen-Batterien im Fokus der Regulierung

Die jĂŒngsten Änderungen der Technischen Regeln fĂŒr ArbeitsstĂ€tten (ASR) haben die Anforderungen an Brandschutzbeauftragte deutlich erhöht. Bereits im November 2024 wurde die ASR A2.3 zu Fluchtwegen aktualisiert, gefolgt von einer Überarbeitung der ASR A2.2 im Mai 2025. Derzeit steht vor allem der Umgang mit Lithium-Ionen-Batterien im Mittelpunkt – die DGUV Information 205-041 definiert hierfĂŒr den aktuellen Standard.

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Ein weiterer regulatorischer Meilenstein ist die EU-PFAS-Verordnung (EU) 2025/1988. Ab dem 23. Oktober 2026 dĂŒrfen PFAS-haltige LöschschĂ€ume nur noch bis zu diesem Datum in den Verkehr gebracht werden. Bestehende BestĂ€nde sind noch bis zum 31. Dezember 2030 nutzbar, doch many Unternehmen stellen bereits jetzt auf fluoridfreie Alternativen um und digitalisieren ihre PrĂŒfdokumentation.

Pflicht zur Unterweisung: Bußgelder bis 25.000 Euro drohen

Die gesetzlichen Vorgaben zur Unterweisung der Mitarbeiter bleiben ein zentraler Pfeiler des Arbeitsschutzes. Nach geltendem Arbeits- und Arbeitsschutzrecht ist eine Brandschutzunterweisung mindestens einmal jĂ€hrlich Pflicht, bei besonderen VorfĂ€llen sind zusĂ€tzliche Schulungen erforderlich. VersĂ€umnisse können teuer werden: Bußgelder von bis zu 25.000 Euro sind möglich, bei PersonenschĂ€den droht verantwortlichen FĂŒhrungskrĂ€ften sogar ein Strafverfahren. Experten empfehlen, die Unterweisungen mit praktischen Übungen wie dem Einsatz von Feuerlöschern zu verbinden.

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Um im Ernstfall Panik zu vermeiden, ist eine fachgerechte Schulung am Feuerlöscher fĂŒr die Belegschaft gesetzlich vorgeschrieben. Diese fertige PowerPoint-PrĂ€sentation hilft Sicherheitsbeauftragten, die Unterweisung zeitsparend vorzubereiten und alle Anforderungen zu erfĂŒllen. Gratis PowerPoint-Vorlage fĂŒr die Feuerlöscher-Unterweisung sichern

TU Berlin geschlossen: Folgen jahrelanger VernachlÀssigung

Dass die Einhaltung der Brandschutzvorschriften keine theoretische Übung ist, zeigt der Fall der Technischen UniversitĂ€t Berlin. Seit dem 9. Mai 2026 ist das HauptgebĂ€ude aufgrund erheblicher BrandschutzmĂ€ngel geschlossen. Die Behörden rĂ€umten ein, dass Inspektionen öffentlicher GebĂ€ude wegen Personalmangels jahrelang vernachlĂ€ssigt wurden. Rund 350 Lehrveranstaltungen pro Woche mussten verlegt oder digitalisiert werden.

Noch schwerer wiegt der Fall des Marienkrankenhauses in Hamburg. Bei einem Brand am 1. Juni 2025 – genau ein Jahr vor der aktuellen INTERSCHUTZ – kamen drei Menschen ums Leben, 34 wurden verletzt. Ein Patient hatte ein Kissen entzĂŒndet. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die Krankenhausleitung wegen fahrlĂ€ssiger Tötung.

Verantwortung fĂŒr EigentĂŒmer: Gasleitungen im Visier

Auch private EigentĂŒmer sind zunehmend in der Pflicht. Nach einem tödlichen Haus-Einsturz in Görlitz, der vermutlich durch eine Gasexplosion ausgelöst wurde, wiesen die Behörden darauf hin, dass EigentĂŒmer fĂŒr ihre internen Gasleitungen verantwortlich sind und eine jĂ€hrliche Wartung sicherstellen mĂŒssen. In Sachsen, wo ĂŒber die HĂ€lfte der WohngebĂ€ude vor 1949 errichtet wurde, investiert der Netzbetreiber Mitnetz Gas im Jahr 2026 rund 54 Millionen Euro in die Infrastruktur.

Neue Technologien und Investitionen

Der Deutscher Feuerwehrverband (DFV) nutzte die INTERSCHUTZ, um auf die Notwendigkeit moderner Technik und aktualisierter Taktiken hinzuweisen. Neben der BewÀltigung hybrider Bedrohungslagen stehe vor allem die bessere Ausstattung der EinsatzkrÀfte im Fokus.

Konkrete Investitionen zeigen, dass die Kommunen handeln: Am 30. Mai 2026 stellte die Freiwillige Feuerwehr in Bad Sooden-Allendorf ein neues Löschfahrzeug im Arbeit von 600.000 Euro in Dienst. Mit einem 3.000-Liter-Wassertank – deutlich grĂ¶ĂŸer als die ĂŒblichen 2.000 Liter – ist es speziell fĂŒr die BekĂ€mpfung von Wald- und VegetationsbrĂ€nden ausgelegt.

Parallel dazu steigt die Nachfrage nach umfassenden PrĂŒfdienstleistungen. Unternehmen wie die KFK Konrad GmbH bieten bundesweite elektrotechnische PrĂŒfungen ortsfester und ortsverĂ€nderlicher GerĂ€te, Sicherheitsbeleuchtungen und Ladeinfrastruktur nach DGUV Vorschrift 3 und 4 an. Diese Maßnahmen gewinnen an Bedeutung, da die Gewerbeaufsicht jĂ€hrlich mindestens fĂŒnf Prozent aller deutschen Unternehmen auf ihre Arbeitsschutzorganisation ĂŒberprĂŒft.

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