Pflegedrehscheibe Plus: Steiermark startet 2027 in drei Pilotbezirken
Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 14:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Land Steiermark stellt die Weichen fĂŒr eine Neuordnung der wohnortnahen Pflege- und PrĂ€ventionsberatung. Wie Gesundheitslandesrat Karlheinz KornhĂ€usl an einem Freitag ankĂŒndigte, werden die bisherigen Angebote des Community Nursing ab dem 1. Januar 2027 in die regulĂ€re Versorgung des Landes integriert. Unter der neuen Bezeichnung âPflegedrehscheibe Plusâ soll das Modell schrittweise im Bundesland verankert und strukturell neu ausgerichtet werden.
Start in drei Pilotregionen ab Jahresbeginn 2027
Der offizielle Auftakt fĂŒr die Pflegedrehscheibe Plus erfolgt mit Jahresbeginn 2027 zunĂ€chst in drei steirischen Bezirken: Leibnitz, Murtal sowie Graz-Umgebung. Vorgesehen ist eine zweijĂ€hrige Pilotphase, um die AblĂ€ufe in der Praxis zu erproben und auszuwerten.
VerlĂ€uft diese Phase erfolgreich, soll das Angebot schrittweise auf weitere Regionen des Bundeslandes ausgeweitet werden. Um den personellen Bedarf rechtzeitig zu decken, ist die Ausschreibung der entsprechenden Stellen bereits fĂŒr den Herbst 2026 angesetzt.
Im Zentrum des erweiterten Konzepts steht die aufsuchende Hilfe vor Ort. Diplomiertes Krankenpflegepersonal der Drehscheiben soll kĂŒnftig mobil im Einsatz sein, Hausbesuche absolvieren und gezielte PrĂ€ventionsarbeit direkt bei den Betroffenen leisten.
Ziel ist es, UnterstĂŒtzungsbedarfe frĂŒhzeitig zu erkennen, PflegebedĂŒrftige sowie deren Angehörige zu entlasten und einen Verbleib in der vertrauten hĂ€uslichen Umgebung so lange wie möglich zu unterstĂŒtzen.
Ab 1. Januar 2027 wird das bisherige Community Nursing in die regulĂ€re Versorgung des Landes ĂŒberfĂŒhrt â zuerst in Leibnitz, Murtal und Graz-Umgebung. Wer als Gemeinde oder Pflegedienst heute die Weichen stellt, hat beim Start weniger offene Fragen. Der kostenlose Leitfaden zeigt die wichtigsten Umstellungsschritte. Praxis-Leitfaden zur Pflegedrehscheibe Plus anfordern
Finanzierung und Anstellung wechseln zum Land
Mit der organisatorischen Reform geht auch ein grundlegender Systemwechsel bei Finanzierung und TrĂ€gerschaft einher. WĂ€hrend das Community Nursing bislang ĂŒber die Kommunen organisiert war, ĂŒbernimmt ab 2027 vollstĂ€ndig das Land die Kosten. Die PflegefachkrĂ€fte werden kĂŒnftig direkt bei den Pflegedrehscheiben angestellt, die an den jeweiligen Bezirkshauptmannschaften angesiedelt sind.
Die Neuorganisation bedeutet zugleich das Ende der kommunalen Sonderförderungen: Bestehende Angebote auf Gemeindeebene erhalten keine weitere UnterstĂŒtzung mehr. Das Community Nursing basierte ursprĂŒnglich auf Mitteln der EuropĂ€ischen Union, deren Förderung allerdings bereits im Jahr 2024 ausgelaufen war.
Um den Ăbergang bis zur EinfĂŒhrung des neuen Modells zu ĂŒberbrĂŒcken, sicherte das Land Steiermark fĂŒr das Jahr 2026 die Finanzierung zur WeiterfĂŒhrung der AktivitĂ€ten ab.
Die kommunalen Sonderförderungen laufen aus, die TrĂ€gerschaft wandert zum Land â und die Stellen fĂŒr die neuen Drehscheiben sollen bereits im Herbst 2026 ausgeschrieben werden. Wer jetzt nicht plant, verliert Zeit bei der Personalgewinnung. Der Leitfaden fĂŒhrt durch Ausschreibung und Ăbergang. Schritt-fĂŒr-Schritt-Plan jetzt sichern
ZusĂ€tzliche Entlastung fĂŒr Grazer Kinderklinik
Neben den Neuerungen in der mobilen Pflegeversorgung prÀsentierte der Gesundheitslandesrat einen weiteren Baustein zur Entlastung des regionalen Gesundheitssystems. An der Kinderklinik in Graz wird heuer erneut eine Portalambulanz eingerichtet. Diese soll von niedergelassenen KinderÀrztinnen und KinderÀrzten betrieben werden, um den Versorgungsdruck auf die stationÀren Einheiten der Klinik wirksam zu reduzieren.
