Pflegemindestlohn: 16,52 Euro für Hilfskräfte ab Juli
29.06.2026 - 21:32:13 | boerse-global.de
Im Mai lag die Teuerungsrate bei 2,6 Prozent, die Auftragseingänge gingen im April zurück. In diesem Umfeld rücken staatliche Förderungen und steuerliche Anreize in den Fokus – vor allem gegen den Personalmangel in Handwerk und Pflege.
Handwerk lockt mit Prämien
Schleswig-Holstein macht es vor: Eine Praktikumsprämie soll junge Menschen fürs Handwerk begeistern. Die ersten Berichte zeigen Wirkung. Anträge laufen über die zuständige Handwerkskammer.
Parallel gibt es Zuschüsse für die Ausbildung von Menschen mit Behinderung. Arbeitgeber erhalten bis zu 60 Prozent der Vergütung, bei Schwerbehinderung bis zu 80 Prozent – plus 20 Prozent Sozialversicherungspauschale. In Ausnahmefällen sind sogar 100 Prozent drin. Wer die Azubis anschließend fest übernimmt, bekommt zwölf Monate lang einen Eingliederungszuschuss von bis zu 70 Prozent.
Auszubildende in Teilzeit mit Kindern können Elterngeld beantragen. Mindestens 300 Euro sind drin. Die Berufsausbildungsbeihilfe wird allerdings angerechnet.
Strengere Regeln für E-Auto-Ladestrom
Seit Jahresanfang 2026 hat sich bei der steuerfreien Erstattung von Ladestrom einiges geändert. Das Bundesfinanzministerium schaffte die monatlichen Pauschalen ab. Stattdessen gilt: exakt dokumentieren – Strommenge und Preis pro Kilowattstunde.
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Wer öffentlich lädt, braucht nur den Beleg. In der heimischen Garage wird es komplizierter: Hier ist ein separater Stromzähler Pflicht. Berechnungsgrundlage ist der tatsächliche Haushaltsstrompreis plus anteiliger Grundpreis. Bei PV-Anlagen ohne individuellen Nachweis gilt der Gesamtstrompreis des Statistischen Bundesamts.
Die Bundesagentur für Arbeit übernimmt in Einzelfällen auch Qualifizierungskosten. Ein Beispiel: Sie zahlte über 4.000 Euro für einen Führerschein, damit ein Arbeitsloser als Auslieferungsfahrer anfangen konnte. Voraussetzung: drohende Arbeitslosigkeit und eine konkrete Einstellungszusage.
Juli bringt höhere Löhne und neue Grundsicherung
Zum 1. Juli 2026 steigen die Pflegemindestlöhne deutlich. Hilfskräfte bekommen dann 16,52 Euro pro Stunde, Fachkräfte 21,03 Euro. Ein Versuch, die Branche attraktiver zu machen – denn die Personallücke ist riesig. In der Physiotherapie etwa verlassen 25 Prozent der Berufsanfänger das Feld nach wenigen Jahren.
Die Renten steigen zum Juli um 4,24 Prozent. Das Bürgergeld wird durch eine neue Grundsicherung ersetzt. Für einkommensschwache Familien bleibt das Bildungs- und Teilhabepaket bestehen: 195 Euro jährlich für Schulbedarf, 15 Euro monatlich für soziale und kulturelle Teilhabe.
Milliarden für Weiterbildung – mit mäßigem Erfolg
2025 investierte die Bundesagentur für Arbeit 3,4 Milliarden Euro in Bildungsgutscheine. Über 166.000 Kurse von rund 8.000 Trägern standen zur Auswahl. Doch die Bilanz ist ernüchternd: Nur 27 Prozent der Teilnehmenden hatten sechs Monate nach Kursende einen sozialversicherungspflichtigen Job.
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Hinzu kommen Betrugsfälle: Im September 2025 ermittelten Behörden gegen Netzwerke, die mit fingierten Coaching-Maßnahmen fast 900.000 Euro Schaden verursacht hatten.
Für Arbeitgeber bleibt die geringfügige Beschäftigung ein wichtiges Flexibilisierungsinstrument. Die Lohnsteuer lässt sich pauschal mit 20 Prozent abführen – solange das Entgelt unter der Geringfügigkeitsgrenze bleibt. Einmaliges Überschreiten ist bis zu zweimal pro Jahr erlaubt, ohne dass sofort die volle Sozialversicherungspflicht greift. Planbare Vertretungen wie Urlaubsersatz fallen aber nicht unter diese Ausnahme.
