Pflegende, Arbeitnehmer

Pflegende Arbeitnehmer: 1,3 Rentenpunkte Verlust durch 30-Stunden-Falle

Veröffentlicht am: 23.07.2026 um 02:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Pflegende Vollzeitbeschäftigte verlieren im Schnitt 1,3 Rentenpunkte. Die Politik plant weitere Kürzungen der Beiträge.

Pflege und Vollzeitjob: Doppelte Rentenverluste für Angehörige
Eine berufstätige Frau kümmert sich um einen pflegebedürftigen Angehörigen in einer häuslichen Umgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Eine neue Studie zeigt: Wer Angehörige pflegt und trotzdem Vollzeit arbeitet, wird doppelt bestraft.

Das Deutsche Zentrum für Altersfragen (DZA) hat am Dienstag alarmierende Zahlen vorgelegt. Pflegende Erwerbstätige verlieren im Schnitt 1,3 Rentenpunkte. Das klingt technisch – und bedeutet im Klartext: Hunderte Euro weniger Rente pro Monat.

Die 30-Stunden-Falle

Das Problem sitzt tief im System der Deutschen Rentenversicherung. Die Pflegekasse übernimmt Rentenbeiträge nur, wenn die pflegende Person maximal 30 Stunden pro Woche arbeitet. Wer drüber liegt, geht leer aus.

Dazu kommen weitere Hürden: Der Pflegebedürftige muss mindestens Pflegegrad 2 haben. Die Pflege muss zu Hause stattfinden – an mindestens zwei Tagen die Woche, insgesamt zehn Stunden. Klingt nachvollziehbar. Nur: Wer diese Regeln nicht erfüllt, bekommt keinen Cent zusätzliche Rente für seine Pflegeleistung.

Was drin ist – wenn die Kasse zahlt

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Die DZA-Studie hat die Geburtsjahrgänge 1946 bis 1955 unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Wer die Voraussetzungen erfüllt, bekommt je nach Pflegegrad zwischen 10 und 40 Euro mehr Rente im Monat.

Klingt wenig? Ist es auch. Vor allem, wenn man bedenkt, dass diese Zahlungen nicht rückwirkend erfolgen. Und dass sie vor allem denen helfen, die ohnehin schon geringere Renten haben – Teilzeitkräfte, Hausfrauen und -männer, Frührentner.

Politik will noch kĂĽrzen

Ausgerechnet jetzt plant die Bundesregierung, die Beiträge zu kappen. Ein Referentenentwurf sieht vor, die Rentenbeiträge der Pflegekasse auf 70 Prozent zu reduzieren.

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Fachleute wie Ulrike Ehrlich laufen Sturm. Das sei ein fatales Signal. Selbst Bundeskanzler Merz zeigt sich kritisch.

Die Realität vieler Pflegender: Sie sind auf das volle Gehalt angewiesen, arbeiten über 30 Stunden – und werden doppelt bestraft. Erst durch die aktuelle Belastung, dann durch die spätere Rentenlücke.

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