Pilnacek-AffÀre, WKStA

Pilnacek-AffÀre: WKStA erhebt Meineid-Vorwurf gegen Regierungsmitarbeiterin

02.06.2026 - 06:15:26 | boerse-global.de

Neue Ermittlungen wegen Falschaussage belasten frĂŒhere Sobotka-Mitarbeiterin. Parallel endet Laptop-Prozess mit Diversion.

Pilnacek-AffĂ€re: WKStA erhebt Meineid-Vorwurf gegen Regierungsmitarbeiterin - Bild: ĂŒber boerse-global.de
Pilnacek-AffĂ€re: WKStA erhebt Meineid-Vorwurf gegen Regierungsmitarbeiterin - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) hat ein neues Verfahren gegen eine frĂŒhere Regierungsmitarbeiterin eingeleitet. Parallel dazu endete ein Prozess gegen zwei Vertraute des verstorbenen Justizbeamten Christian Pilnacek mit einer Diversion. Die Entwicklungen zeigen: Die juristische Aufarbeitung rund um den Umgang mit Daten und Beweismitteln nach Pilnaceks Tod im Herbst 2023 gewinnt an Dynamik.

Neue Ermittlungen wegen Meineids

Im Visier der WKStA steht nun Anna G., eine frĂŒhere Mitarbeiterin von Wolfgang Sobotka, die heute im Innenministerium arbeitet. Der Vorwurf: Meineid. Bei einer Zeugenaussage am 8. Juli 2025 soll sie angegeben haben, sich nicht an eine DatenĂŒbertragung an Pilnacek erinnern zu können.

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Der Fall nahm eine ĂŒberraschende Wendung, als der Weisungsrat einschritt. Die WKStA hatte im Dezember 2025 zunĂ€chst von einer Anklage abgesehen – mangels nachweisbarer Absicht. Doch dann tauchten auf Pilnaceks Laptop Dokumente auf, die Anna G. als Urheberin ausweisen. Das stellt ihre Aussage, sie habe keine Erinnerung an die Datenweitergabe, in ein völlig neues Licht.

Diversion im Laptop-Prozess

Am Wiener Landesgericht endete am Montag ein Verfahren gegen zwei Frauen aus Pilnaceks Umfeld mit einer Diversion. Die Mitbewohnerin und eine Freundin des Verstorbenen waren angeklagt, gegenĂŒber dem Bundesamt fĂŒr KorruptionsbekĂ€mpfung (BAK) falsche Angaben zum Verbleib von Pilnaceks Laptop gemacht zu haben.

Die Fakten: Bei Vernehmungen im FrĂŒhjahr 2024 gaben die Frauen an, nicht zu wissen, wo sich das GerĂ€t befinde. Dabei war der Laptop bereits am 7. November 2023 – knapp drei Wochen nach Pilnaceks Tod am 20. Oktober – an einen Dritten ĂŒbergeben worden.

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Beide Angeklagten legten ein GestĂ€ndnis ab. Das Gericht bot eine Diversion an: 180 Stunden gemeinnĂŒtzige Arbeit plus 250 Euro Verfahrenskosten. Als Grund fĂŒr ihre Falschaussage nannte die Mitbewohnerin NervositĂ€t. Die zweite Angeklagte fĂŒhlte sich angeblich durch eine Äußerung von Polizeidirektor Takacs unter Druck gesetzt – er habe vom Verschwinden des Laptops gesprochen.

Der Laptop als SchlĂŒsselbeweis

Das GerĂ€t steht im Zentrum der gesamten AffĂ€re. Die darauf gespeicherten Daten fĂŒhrten nicht nur zum Meineidsverfahren gegen Anna G., sondern zeichnen auch ein detailliertes Bild davon, wie Pilnaceks Vertraute in den Wochen nach seinem Tod mit dem Laptop umgingen. Die WKStA prĂŒft weiterhin, ob Regierungsdaten unrechtmĂ€ĂŸig weitergegeben wurden und ob anschließende Aussagen bewusst irrefĂŒhrend waren, um die Ermittlungen zu behindern.

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