Pkw-Maut, Bauindustrie

Pkw-Maut zurück: Bauindustrie plant Systemwechsel für Straßenfinanzierung

13.06.2026 - 03:40:09 | boerse-global.de

Der Bauindustrieverband schlägt nutzerabhängige Gebühren vor, um den Sanierungsstau zu finanzieren. Steuerliche Entlastungen sind geplant.

Bauindustrie bringt Pkw-Maut für Infrastruktur-Sanierung ins Spiel
Pkw-Maut - Eine Euro-Münze liegt auf Asphalt, im Hintergrund eine deutsche Autobahnbaustelle mit Absperrungen und Bauarbeiten. 13.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

In einem Positionspapier vom 12. Juni 2026 schlägt der Verband einen grundlegenden Systemwechsel vor: Statt aus dem Haushalt sollen Straßen, Brücken und Schienen künftig über nutzerabhängige Gebühren finanziert werden.

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Milliarden für die Sanierung

Das Konzept sieht verkehrsträgerbezogene Finanzierungskreisläufe vor. Die Idee: Direkt aus Mautgebühren fließen zusätzliche Milliarden in den Erhalt und Ausbau des Verkehrsnetzes. „Die bisherigen Sondervermögen sind keine nachhaltige Dauerlösung", sagt Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Verbandes. Die aktuellen Sonderschulden reichten nicht aus, um den massiven Sanierungsstau aufzulösen.

Um die Akzeptanz zu erhöhen, plant die Bauindustrie steuerliche Entlastungen für Autofahrer als Ausgleich. Zudem soll die Autobahn GmbH des Bundes künftig eigenständig Kredite am Kapitalmarkt aufnehmen dürfen – für flexiblere Investitionen.

EuGH stoppte letzte Maut-Pläne

Die Debatte ist nicht neu: 2019 scheiterte ein Maut-Vorhaben vor dem Europäischen Gerichtshof. Die Richter stuften die Pläne als diskriminierend gegenüber ausländischen Fahrzeughaltern ein. Die Bauindustrie fordert nun ein Modell, das europarechtlich Bestand hat und eine verlässliche Investitionsgrundlage schafft.

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Experten warnen: Die Finanzierungslücken bei Schienen und Brücken werden immer größer. Ohne neue Modelle sei die Leistungsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts gefährdet.

Länder drücken beim Tempo

Parallel dazu erhöht die Landespolitik den Druck. NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer forderte am 12. Juni ein höheres Tempo bei Brückensanierungen. Ein Bundesratsantrag sieht vor, die Sanierungsrate von 200 auf 400 Brücken-Teilbauwerke pro Jahr zu verdoppeln.

Krischer will mehr Mittel aus bestehenden Sondervermögen für den Erhalt bereitstellen. Der Vorstoß unterstreicht die Dringlichkeit: Präventive Maßnahmen sollen langwierige Sperrungen und wirtschaftliche Schäden verhindern. Die Länderforderungen ergänzen damit die Maut-Debatte um den Aspekt der langfristigen Finanzierungssicherheit.

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