Polen, PlÀne

Polen: Deutsche PlÀne zu Grenzkontrollen sind inakzeptabel

10.09.2024 - 16:45:27

Polen kritisiert die PlĂ€ne der Bundesregierung zur EinfĂŒhrung von vorĂŒbergehenden Kontrollen an allen deutschen Landgrenzen scharf.

"Dieses Vorgehen ist inakzeptabel", sagte Regierungschef Donald Tusk in Warschau. Das Schengen-Abkommen werde damit praktisch ausgesetzt. "Was Polen braucht, ist nicht eine VerstĂ€rkung der Kontrollen an unserer Grenze, sondern eine stĂ€rkere Beteiligung von LĂ€ndern wie Deutschland an der Bewachung und Sicherung der Außengrenzen der EU", fĂŒgte Tusk mit Blick auf die Situation an der Grenze seines Landes zu Russlands VerbĂŒndetem Belarus hinzu.

Der MinisterprĂ€sident sagte weiter, seine Regierung werde in den kommenden Stunden andere LĂ€nder, die von kommenden Entscheidungen der Bundesregierung betroffen seien, um dringende Konsultationen ĂŒber Schritte innerhalb der EU bitten.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hatte am Montag vorĂŒbergehende Kontrollen an allen deutschen Landgrenzen angeordnet, um die Zahl unerlaubter Einreisen stĂ€rker einzudĂ€mmen. Die zusĂ€tzlichen Kontrollen sollen am 16. September beginnen und zunĂ€chst sechs Monate andauern.

Seit Oktober 2023 gibt es bereits stationĂ€re Kontrollen an den Grenzen zu Polen, Tschechien und der Schweiz. Diese wurden immer wieder verlĂ€ngert und laufen aktuell bis zum 15. Dezember. An der deutsch-österreichischen Landgrenze gibt es solche Kontrollen, die mit der irregulĂ€ren Migration begrĂŒndet werden, bereits seit September 2015. Die neu angeordneten Kontrollen direkt an der Grenze betreffen die Landgrenzen zu Frankreich, DĂ€nemark, Belgien, den Niederlanden und Luxemburg.

@ dpa.de