Polen: Zwei Botschafter erklĂ€ren RĂŒcktritt wegen Krise um Verfassungsgericht
Veröffentlicht am: 31.10.2026 um 11:12 Uhr | dpa, AD HOC NEWS"Angesichts des Versuchs, das Verfassungstribunal rechtswidrig zu ĂŒbernehmen, sehe ich keine Möglichkeit mehr, weiterhin die Funktion als Botschafter der Republik Polen in RumĂ€nien zu erfĂŒllen", schrieb Pawel Soloch, Polens Botschafter in Bukarest, auf der Plattform X.
Wenige Stunden zuvor hatte bereits sein Amtskollege in China, Jakub Kumoch, ebenfalls auf X erklĂ€rt, er habe aufgrund der Ereignisse in Polen erkannt, dass er nicht lĂ€nger als Botschafter arbeiten könne. Beide Diplomaten waren nach Angaben der polnischen Nachrichtenagentur PAP frĂŒher Mitarbeiter des damaligen nationalkonservativen PrĂ€sidenten Andrzej Duda.
Botschafter arbeiteten fĂŒr nationalkonservativen PrĂ€sidenten
Duda stand ebenso wie sein Nachfolger Karol Nawrocki der nationalkonservativen Partei PiS nahe, die Polen von 2015 bis 2023 regiert und das Gericht mit ihr politisch nahestehenden Richtern besetzt hatte. Nachdem nach der Parlamentswahl 2023 ein Mitte-Links-BĂŒndnis von MinisterprĂ€sident Donald Tusk die Regierung ĂŒbernommen hatte, sollen die umstrittenen Neuerungen der PiS-Regierung im Justizwesen rĂŒckgĂ€ngig gemacht werden.
Die aktuelle Krise wurde durch eine Bekanntmachung auf der Webseite des Verfassungsgerichts ausgelöst. Dort hieĂ es, der bisherige PrĂ€sident Bogdan Swieczkowski und sein Stellvertreter seien einstweilen von ihren Funktionen entbunden worden. Stattdessen werde die Richterin Anna Korwin-Piotrowska das Gericht geschĂ€ftsfĂŒhrend leiten. Noch in den Abendstunden versammelten sich hunderte Demonstranten vor dem Gericht. Polizei riegelte das GebĂ€ude ab.
