Polens PrĂ€sident will 'Wiederherstellung verfassungsmĂ€Ăiger Ordnung'
Veröffentlicht am: 31.10.2026 um 11:13 Uhr | dpa, AD HOC NEWSEr berufe dringende Beratungen aller im Parlament vertretenen Parteien ein, "um die politische Lage zu stabilisieren und die verfassungsmĂ€Ăige Ordnung wiederherzustellen", sagte er nach einem nĂ€chtlichen Besuch am Sitz des Gerichts in Warschau.
Nawrocki Ă€uĂerte sich am frĂŒhen Morgen vor Demonstranten, die seit Stunden vor dem von der Polizei abgeriegelten GebĂ€ude ausharrten. Er forderte "die Wiederherstellung der Rechtsordnung und den Abzug der von der Regierung entsandten SicherheitskrĂ€fte vom GerichtsgelĂ€nde".
PrÀsident bricht Auslandsreise ab
Die Demonstranten werfen der Regierung von MinisterprĂ€sident Donald Tusk einen Angriff auf die Verfassung und Justiz des Landes vor. Nawrocki hatte wegen der plötzlichen Zuspitzung der Lage am Freitag eine Reise in den Senegal abgebrochen und war umgehend nach Warschau zurĂŒckgekehrt. Den Weg ins Verfassungsgericht bahnte sich der frĂŒhere Amateurboxer in der Nacht auch mit rabiatem körperlichem Einsatz.
Ausgelöst wurde die Krise durch eine Bekanntmachung auf der Webseite des Verfassungsgerichts. Dort hieĂ es, der bisherige PrĂ€sident Bogdan Swieczkowski und sein Stellvertreter - die ihre Posten der bis 2023 regierenden und dann in die Opposition verbannten rechtskonservativen Partei PiS verdanken - seien einstweilen von ihren Funktionen entbunden worden. Stattdessen werde die Richterin Anna Korwin-Piotrowska das Gericht geschĂ€ftsfĂŒhrend leiten.
Bisheriger GerichtsprÀsident spricht von Staatsstreich
Swieczkowski sagte nach der kurzen Ansprache Nawrockis, das Verfassungsgericht bestehe aus "rechtmĂ€Ăig ernannten Richtern, nicht aus Usurpatoren, die sich durch den Hintereingang - in Begleitung von SicherheitskrĂ€ften der Regierung - Zutritt verschafft haben". Swieczkowski sprach von einem "Staatsstreich" und sagte: "Wir haben es hier mit einem Angriff auf ein verfassungsmĂ€Ăiges Staatsorgan zu tun."
Justizminister Waldemar Zurek hingegen bezeichnete die Tatsache, dass der PrĂ€sident des Landes in das GebĂ€ude des Verfassungsgerichts eingedrungen sei, als beunruhigendes Verhalten. "Es ist inakzeptabel, dass jemand, der durch die prĂ€sidiale ImmunitĂ€t geschĂŒtzt ist, sich auf diese Weise verhĂ€lt", sagte Zurek dem Sender TVN 24. "FĂŒr mich ist das ein skandalöses Verhalten - die Situation dazu zu nutzen, die Emotionen auf der StraĂe noch anzuheizen."
