Politologe, JĂ€ger

Politologe JĂ€ger: Trump-Eklat verlief nach Manuskript

Veröffentlicht am: 01.03.2025 um 12:40 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Politikwissenschaftler Thomas JĂ€ger hĂ€lt den Eklat beim Treffen von US-PrĂ€sident Donald Trump mit dem ukrainischen PrĂ€sidenten Wolodymyr Selenskyj fĂŒr eine geplante Aktion von Trump.

"Da stand der Reality-Star Donald Trump und hat genau das gemacht, was er kann: Vor der Kamera jemanden fertigmachen. Das war ja lange Zeit sein Markenzeichen und das hat er völlig geplant", sagte er in einem ntv-Interview.

Selenskyj sei in die Falle gelaufen. "Das ist kein Zufall, das ist keine Provokation. Da ist ein Manuskript abgespielt worden", sagte JĂ€ger ĂŒber das Treffen im Weißen Haus. US-PrĂ€sident machte seinem ukrainischen Kollegen vor laufenden Kameras schwere VorwĂŒrfe und bezichtige ihn unter anderem, einen dritten Weltkrieg zu riskieren.

Politologe JĂ€ger von der UniversitĂ€t Köln verwies auf den russischen Druck auf Trump. "In den letzten Tagen ist ja sehr deutlich geworden, dass Trump mit seinem Vorhaben, diesen Krieg irgendwie zu beenden, nicht weiterkommt. Und zwar deshalb, weil Russland die Bedingungen diktiert." Trump sei Wladimir Putins Mann im Weißen Haus. Das VerhĂ€ltnis von Putin zu Trump komme aber bei der Bevölkerung nicht gut an, sie traue Putin nicht.

Aus diesem Grund habe Trump die Erniedrigung geplant. "Er muss die Ukraine, er muss Selenskyj erniedrigen, um in den Vereinigten Staaten der Bevölkerung verkaufen zu können, dass er mit einem Vorschlag, diesen Krieg zu beenden, aufschlĂ€gt, der letztlich die Kapitulation der Ukraine bedeutet, die es - und das ist das Ergebnis dieses Abends- einfach nicht verdient hat, von den USA weiter unterstĂŒtzt zuwerden." Der US-PrĂ€sident habe sein Manuskript abgespult, weil er gesehen hat, dass er mit den Friedensverhandlungen nicht weiter kommt.

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